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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Stadtgeschichte jetzt „begreifbar“

22.10.2011

CLOPPENBURG Das Verkehrsnetz Cloppenburgs hat Albert Bocklage unterschätzt. Der Künstler aus Vechta verfuhr sich am Freitag und wäre fast zu spät zur Enthüllung seines Werks gekommen. Früher, um 1640, war die Orientierung einfacher. Das belegt das eindrucksvolle Stadtmodell Cloppenburgs aus Bronze – die jüngste Arbeit Bocklages zeigt die Grundrisse der Stadt um dieses Jahr. Zwei Jahre mühevoller Kleinstarbeit hat Bocklage daran gearbeitet.

Die Idee zu der rund 25 000 Euro teure Bronzeplastik, die die Stadt Cloppenburg dank finanzieller Unterstützung der Nordwest-Zeitung und der Münsterländischen Tageszeitung realisieren konnte, entstand in einer Arbeitsgruppe, die anlässlich des Jubiläums „575 Jahre Stadt Cloppenburg“ gegründet worden war. Auf Grundlage historischer Stadtansichten und der von Heimatforscher Wolfgang Imsiecke erarbeiteten Stadtgrundrisse entstand ein maßstabsgetreues Modell im Verhältnis 1:1000.

Als „Klein-Venedig Südoldenburgs“ titulierte Bocklage das historische Cloppenburg. Denn, wie er durch die Arbeit am Modell erfuhr, gab es zahlreiche Brücken, mehr als 25 habe man gezählt. Auch diese fertigte Bocklage zunächst in Wachs an – „eine äußerst minuziöse Arbeit“, schildert der Künstler. Immer wieder sei Imsiecke gekommen und habe ihm „neue Arbeit beschert“, habe etwa darauf hingewiesen, dass eine Brücke etwas anders aussehen müsse, bis die Endfassung schließlich in Bronze gegossen werden konnte. Das Gießen hatte die Kunstgießerei Anft aus Drensteinfurt bei Münster ausgeführt.

Geschichte im wahrsten Sinne „begreifen“ – das sei besonderes Anliegen dieses Projekts gewesen, sagte Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese bei der feierlichen Enthüllung am Freitag. Stadtgeschichte wird fassbar – auch für blinde Menschen, die das Modell abtasten und die geschichtlichen Erläuterungen in Blindenschrift lesen können. Diese hatte Helene Tönnies aus Petersdorf übersetzt.

Auch der Standort für die fest verankerte Plastik wurde nicht zufällig gewählt, informierte Wiese. Sie hat ihren Platz auf dem Gelände der ehemaligen Vorburg, dem Borgfrede-Gelände, gefunden. Wiese: „Stadtführungen können künftig von hier aus starten, um die geschichtlichen Zusammenhänge vor einer Begehung zu erläutern.“ Für den Sockel konnte die Firma Fliesen Wilhelm auf Natursteine der Stadt zurückgreifen.

Imsiecke, der sich seit Jahren mit der Geschichte und baulichen Entwicklung der Stadt beschäftigt, hatte im Foyer der Stadthalle auch einige von ihm geschaffene Texte und Modelle ausgestellt. Die Ausstellung, an der Hans-Jürgen Koopmann von der Stadtverwaltung beteiligt war und zu der das Katasteramt historische Karten beisteuerte, ist ab Montag bis zum 7. November im 1. Obergeschoss des Rathauses zu sehen.

Cloppenburg erwuchs aus zwei nach Alter und Struktur unterschiedlichen Siedlungskernen: aus der Burgstadt Cloppenburg in der Soesteniederung und der viel älteren Siedlung „Krapendorf“ auf dem Berg.

Über Krapendorf sind erste schriftliche Aufzeichnungen aus dem Jahre 819 datiert. Sie stehen mit der „Mutterkirche St. Andreas“ – im Bild unten zu sehen hinter der Cloppenburg vorne links – in Verbindung.

Der Name Cloppenburg wird erstmals im Jahre 1297 erwähnt. Damals errichteten die Grafen von Tecklenburg an der Soeste die Befestigungsanlage „Cloppenburg“. Im Friedensvertrag von 1400 wurden die Gebiete um Cloppenburg und Friesoythe als „Amt Cloppenburg“ dem Fürstbistum Münster angegliedert. Am 5. Januar 1435 verlieh der Münstersche Bischof, Heinrich von Moers, Cloppenburg das Stadtrecht. Im Jahre 1855 wurden das Kirchspiel Krapendorf und die Stadt Cloppenburg vereinigt.

Reiner Kramer
stv. Redaktionsleitung Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2901

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