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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Zuwanderung löst Fachkräfteproblem nicht

08.03.2019

Stapelfeld Einwanderung wird das Fachkräfteproblem nicht lösen. „Hierfür bräuchten wir jährlich 260 000 qualifizierte Zuwanderer“, sagte Professor Dr. Felix Osterheider (49), u.a. Honorarprofessor für Kommunikationsmanagement und Unternehmensberater in Osnabrück, beim politischen Aschermittwoch. Dazu waren rund 200 Gäste in die Katholische Akademie Stapelfeld gekommen.

Diese Zuwandererzahl sei nicht in Sicht, so Osterheider weiter. Darüber hinaus werde die Digitalisierung in wenigen Jahren die Arbeitswelt auf den Kopf stellen. Viele Arbeitsplätze veränderten sich oder würden überflüssig. Dazu zählten Jobs im Banken- und Finanzmarkt, bei kleinen Produktionsunternehmen, großen Industriefirmen und vor allem im Bereich Büro und Verwaltung. In diesem Sektor werde es wie bei den ungelernten Hilfskräften die meisten Verlierer geben.

Was Digitalisierung in Zahlen bedeutet, zeigte Osterheider am Beispiel VW und Apple. 2002 habe der Wert von VW knapp 29,6 Milliarden (Mrd.) US-Dollar betragen, der von Apple 5,1 Mrd. Dollar. Bis heute habe VW einen Zuwachs um 174 Prozent erlebt und sei 81,1 Mrd. US-Dollar schwer. Apple jedoch sei im gleichen Zeitraum um 15 800 Prozent gewachsen und bringe 805,8 Mrd. Dollar auf die Waage. Um den daraus entstehenden Veränderungen in der Arbeitswelt gewachsen zu sein, bedürfe es einer großen Flexibilität von Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie der Bereitschaft, sich auf neue Berufsfelder einzulassen, machte Osterheider klar.

Darüber hinaus beschäftigte sich Osterheider in seinem Vortrag „Arbeit, Arbeit, nichts als Arbeit: Zum steten Wandel eines lebensbestimmenden Faktors“ mit zwei weiteren Mythen des Arbeitsmarkts:

Erster Mythos: Wir haben zu viele Akademiker und zu wenige Handwerker. 2018 – so Osterheider – seien 30 Prozent aller Ausbildungsverträge in Deutschland in Handwerksberufen abgeschlossen worden. Die Arbeitslosigkeit bei Nicht-Akademikern liege bei 3,9 Prozent, bei Akademikern bei 2,9 Prozent. Akademische Berufe und Handwerk dürften aber nicht gegeneinander ausgespielt werden, warnte Osterheider.

Obwohl das Handwerk goldenen Boden habe, sei der Öffentliche Dienst in Deutschland merkwürdigerweise der beliebteste Arbeitgeber. Und das, obwohl viele Arbeitsplätze hier mit einfacher Ausstattung auskommen müssten. Sicherheit habe heute bei jungen Berufsanfängern aber einen hohen Stellenwert.

Zweiter Mythos: Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt. Diese Aussage sei zu pauschal, weil es große regionale Unterschied gebe – sowohl zwischen Stadt und Land als auch zwischen strukturstarken und strukturschwachen Regionen. Tatsächlich sei der Arbeitsmarkt nicht leer gefegt. Die Lösung könne in Umverteilungen und Umschulungen liegen, glaubt Osterheider.

Der geistliche Direktor der Akademie Stapelfeld, Pfarrer Dr. Marc Röbel, hatte zuvor in seiner Predigt in der übervollen Heilig-Kreuz-Kirche den Wunsch des kürzlich verstorbenen Modeschöpfers Karl Lagerfeld nach Einäscherung aufgegriffen, damit er verschwinden könne wie die Tiere des Urwalds. Das sei die Schlüsselfrage am Aschermittwoch: „Was bleibt von uns? Ein Häufchen Biomasse, das sich modisch herausputzt und dann vergeht?“, fragte Röbel. Die Asche, die heute auf die Stirn aufgetragen werde, könne nicht mehr verbrennen. „Sie zeigen damit: Ich möchte nicht einfach verschwinden, wie die Tiere des Urwaldes. Ich setze auf das, was von uns bleibt. Dafür steht dieses uralte Zeichen des Aschekreuzes.“

ðDr. Ludger Heuer ist Sprecher des Bischöflich-Münsterschen Offizialats in Vechta. 

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