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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Tennet-Planung bringt Anwohner in Rage

09.12.2015

Bethen Eine emotionale Debatte ist am Montagabend über die geplanten Konverterstationen in Bethen geführt worden. Auf Einladung einer Bürgergruppe um den Cloppenburger Anwalt Bernhard Lübbe kamen mehr als 200 Interessierte in den Saal Maria Rast, um mit Vertretern aus Politik und Verwaltung sowie den Verantwortlichen des Netzbetreibers Tennet zu diskutieren und Klarheit über den geplanten Trassenverlauf der 380-KV-Höchstspannungsleitung und den Standort der Konverterstationen zu erhalten. Allerdings: Konkrete Aussagen blieben an diesem Abend Mangelware.

Vor allem die gigantischen Ausmaße der drei geplanten Konverterstation (rund 30 Hektar Land werden dafür benötigt), der Wertverlust der Immobilien und die gesundheitliche Belastung durch Elektro-Smog beunruhigten die Anwesenden erheblich. In den Konverterstationen soll – wie berichtet – der Offshore-Gleichstrom aus drei Leitungen, die von der Küste herangeführt werden, in Wechselstrom umgewandelt und ins Höchstspannungsnetz einspeist werden. Vier mögliche Standorte werden für die Stationen von der Tennet geprüft, alle liegen im Landkreis.

CDU-Bundestagsabgeordneter Franz-Josef Holzenkamp kritisierte in Sachen Konverterstation die frühzeitige Festlegung der Tennet auf den Landkreis Cloppenburg und forderte eine Prüfung anderer Standorte. Auch brachte er den Bau einer wesentlich günstigeren Gleichstrom-Leitung bis in den Süden, wo der Strom schließlich auch benötigt wird, ins Gespräch. Der Landkreis sei aufgrund seiner Flächenknappheit und der Siedlungsstrukturen denkbar ungeeignet. Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU) stellte klar: „Die Leistung von drei Atomkraftwerken wird hier zusammengeführt. Die Konverterstation ist hier nicht notwendig und dagegen wehren wir uns.“ Zudem führte er aus, dass die Abstandsregelungen von mindestens 400 Metern zu Siedlungen und 200 Metern zu Einzelgebäuden nicht festgeschrieben, sondern nur „Soll-Bestimmungen“ seien. SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Groneberg forderte derweil die Entwicklung von umwelt- und gesundheitsverträglichen technischen Lösungen, um ohne Konverterstation, „die niemand haben will“, den Strom in den Süden zu leiten.

Tennet-Vertreter Matthias Wantia versuchte, Wind aus der Debatte zu nehmen und erläuterte, dass die Standortfrage für die Konverterstationen „völlig offen“ sei. Die Konverterstationen seien nicht Teil des aktuellen Raumordnungsverfahrens, ihr Bau käme frühestens 2025 in Betracht. Ausführungen, denen die Anwesenden keinen Glauben schenkten. Erbost zeigten sie sich auch darüber, dass sie auf die Frage nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand einer solchen Anlage zu einzelnen Wohnhäusern keiner der Verantwortlichen eine Antwort liefern konnte. „Das sind alles Nebelkerzen. Sie halten uns wohl für dumm“, empörte sich eine Zuhörerin.

Frank Vornholt von der Bürgerinitiative „Keine 380KV-Freileitung am Teutoburger Wald“ riet den Betroffenen, sich rechtzeitig zusammenzuschließen und alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Zudem forderte er ein Gutachten, dass die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Höchstspannungsleitungen und der Konverterstation nachweist. „Ich möchte in 30 Jahren nicht erleben, dass unsere Kinder krank sind. Dann ist es zu spät“, so Vornholt – und sprach damit vielen Anwesenden aus dem Herzen.

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