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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Abgeschnitten von der digitalen Welt

12.04.2019

Thülsfelde Für viele Reisende ist der Campingplatz Wilken an der Thülsfelder Talsperre eine gute Adresse. Schöne Lage für Kurzgäste und fern vom Trubel der Stadt. Doch jeder Kurzurlauber oder Geschäftsreisende ist heutzutage auf eines angewiesen – das Internet. Schnell nochmal eben die Mails checken oder die neuesten Nachrichten lesen – im 21. Jahrhundert gehört dies einfach zum Standard. Auf dem Campingplatz Wilken ist dies durch W-Lan im gesamten Areal eigentlich auch möglich. Eigentlich. Denn die Geschwindigkeit dieser Verbindung reicht nicht einmal aus, um eine Mail zu versenden. Mitgeschäftsführer Max Wilken ist sauer.

Dabei kam im März 2017 endlich die lang ersehnte Nachricht – der Glasfaserausbau am Nordufer der Talsperre kann beginnen. „Die Freude war riesig. Wir waren geradezu euphorisch, dass wir unseren Gästen endlich diesen Standard bieten können“, so Wilken. Um den Glasfaserausbau zu vollziehen schloss der Landkreis einen Vertrag ab und vergab den Auftrag an die Firma Inexio. Nach der anfänglichen Freude stellte sich bei den Tourismusbetrieben in Thülsfelde aber schnell Ernüchterung ein. „Im Winter 2017 sollte alles fertig sein. Danach wurden wir das erste Mal vertröstet auf April 2018. Dann sollte der Ausbau aber auf jeden Fall fertig sein“, berichtet Wilken im Gespräch mit unserer Zeitung. Doch auch aus diesem Termin wurde nichts. Neuer Termin: zu Weihnachten 2018 sollte auf jeden Fall alles fertig sein. Auch diese Frist konnte die Firma nicht einhalten. „Mit der Zeit wurde es auch immer schwerer, Kontakt zu der Firma aufzubauen. Niemand fühlte sich zuständig. Und der Landkreis vertröstete uns weiter“, berichtet Wilken.

Bis jetzt ist noch nichts passiert. Am Donnerstagmorgen bekam Wilken dann die neueste Nachricht, dass der neue „Zieltermin“ der 31. August 2019 sei. „Das war dann jetzt das sechste Mal, dass wir vertröstet wurden. Dass bis Ende August alles fertig seien wird – daran glaubt hier keiner mehr“, so Wilken enttäuscht. Der wirtschaftliche Schaden für den Campingplatz ist aber längst da. „Die Leute brauchen eine leistungsfähige Internetverbindung. Das ist heute einfach Standard. Viele Gäste haben unseren Campingplatz in den vergangenen Jahren verlassen, da sie sich nicht einmal die Zeitung herunterladen konnten“, sagt Wilken sauer. Zwar gäbe es auch genug Dauercamper, die gerade die Entfernung von Internet und Trubel suchen, da gerade bei Kurzurlaubern und Tagesgästen sei der Schaden groß.

Ähnlich sieht es im benachbarten Hotel Seeblick aus. Neben privaten Gästen finden auch Tagungen und Kongresse im Hotel direkt am Ufer statt. „Die Situation ist dramatisch. Ohne funktionierendes Internet will und kann hier niemand tagen. Da muss ganz dringend etwas passieren. Die Beschwerden sind massiv“, ärgert sich Hotel-Chef Heinrich Göken. Beide Betriebe sehen auch klare Wettbewerbsnachteile, denn die Betriebe auf Garreler Seite in Petersfeld seien bereits besser versorgt. Neben dem Tourismus sind aber auch landwirtschaftliche Betreibe mit Biogasanlagen betroffen. „Die Leerrohre liegen auch schon. Doch die enden an der Gemeindegrenze zu Friesoythe“, ärgert sich Wilken.

„Laut Kooperationsvertrag mit Inexio war das Projekt bis zum 31. Dezember 2018 fertigzustellen. Im November letzten Jahres wurden allerdings Verzögerungen bei der Bauausführung und ein Verzug von fünf bis sechs Monaten angezeigt“, gibt Landkreis-Pressesprecher Frank Beumker bekannt. Als Gründe für die Verzögerung hätte Inexio fehlende Tiefbaukapazitäten, Umplanungen durch die Aufnahme von zusätzlichen Anschlussnehmern sowie Abstimmungsgespräche über die Nutzung vorhandener Infrastrukturen angeführt. „Von einer Inbetriebnahme der Anschlüsse bis zum Sommer 2019 wird ausgegangen“, so Beumker. Eine verbindliche Aussage tätigte Inexio aber nicht. Beumker: „Der Landkreis steht in Dauergesprächen mit Inexio und versucht mit Nachdruck, den Ausbau voranzubringen“.

Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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