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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

„Trasse beschneidet Entwicklung der Stadt“

10.06.2017

Cloppenburg Scharfe Kritik hat die Stadtverwaltung am Trassenverlauf für die geplante Strom-Höchstspannungsleitung von Conneforde nach Cloppenburg geübt. Die Vorzugstrasse des Netzübertragungsbetreibers Tennet beschneide Cloppenburg in seiner städtebaulichen Entwicklung; die Ortsbereiche Kellerhöhe, Bethen, Emstekerfeld und Lankum seien nachteilig betroffen, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Pressemitteilung.

Hat Tennet die kürzeste Trasse vorgeschlagen?

Ja. Wie berichtet, hatte Tennet am Donnerstag in der Stadthalle den „Korridor C“ als seinen Favoriten vorgestellt, der jetzt dem Amt für regionale Entwicklung in Oldenburg für das anstehende Raumordnungsverfahren präsentiert werden soll. Damit greife Tennet seine seit Jahren bekundete Absicht auf, die mit 71,6 Kilometern kürzeste Verbindung zwischen den Einspeisepunkten Conneforde und Merzen als zentrale Stromtrasse über Cloppenburg aufzubauen, hieß es.

Was kritisiert die Stadtverwaltung konkret?

„Mit viel allgemeingehaltenen Worten und fachlich kaum nachvollziehbaren Bewertungen hatte Tennet vier Korridorvarianten – vor allem auf Anregung und Forderung der Stadt Cloppenburg – in eine weitergehende Prüfung einbezogen, so auch eine Planungsvariante mit einer neu aufzubauenden Stromtrasse entlang der Autobahnen A 29 und A 1 (die NWZ berichtete)“, so die Stadt. Trotz der möglichen Bündelung von Infrastruktureinrichtungen und geringerer Eingriffe in Lebensräume des Menschen favorisiere Tennet einen Trassenverlauf in unmittelbarer Nähe von Siedlungen – offensichtlich aus rein wirtschaftlichen Gründen, heißt es aus der Verwaltung. Der Schutz des Menschen und seines Wohnumfeldes scheine Tennet im Rahmen der Abwägung weniger wert zu sein als andere Umweltbelange.

Die Hoffnungen von Bürgern, Bürgerinitiativen und Kommunen, die Betroffenheit geschlossener Siedlungsbereiche und Bebauungsschwerpunkte mit Wohnbebauung durch Teilerdverkabelungen zu mindern, seien nicht erfüllt worden. Dabei habe die Bundesregierung die Trasse Conneforde-Cloppenburg-Merzen als Pilotprojekt mit Teilerdverkabelung beschlossen, um für Problemlagen geplante – 60 Meter hohe – Strommasten mit zukünftig zwei Trägersystemen in unmittelbarer Nähe von Wohnbebauung zu vermeiden.

Wie viel Kabel kommt denn nun unter die Erde?

In dem Pilotprojekt waren circa elf Kilometer Erdverkabelung im Maßnahmenbereich 51a (Conneforde bis Cloppenburg/Nutteln) vorgeschlagen worden, davon soll nach Angaben der Stadt nun lediglich ein Kilometer in Bethen-Osterfeld, östlich des vorhandenen und nach den Vorstellungen der Tennet auszubauenden Umspannwerkes Cloppenburg-Ost, realisiert werden werden. „Wie die Bürger in den Ortslagen Kellerhöhe, Bethen, Emstekerfeld und Lankum sowie deren Interessenlagen berücksichtigt werden, dazu wollte Tennet keine Auskunft geben“, so die Stadt.

Was passiert mit den Gewerbegebieten?

Tennet habe sich auch auf konkrete Nachfrage nicht dazu äußern wollen, in welcher Form das Stadtgebiet von Norden nach Süden zwischen den Ortsbereichen Emstekerfeld und Westeremstek gequert werden solle, um die 380-KV-Höchstspannungsfreileitung zwischen den Ortslagen Sternbusch und Sevelten zum geplanten Umspannwerk in Cappeln/Nutteln zu führen. Auch sei dem Netzübertragungsbetreiber keine Stellungnahme zu entlocken gewesen, wie er mit rechtswirksamen städtebaulichen Planungen der Anrainergemeinden Cloppenburg und Emstek mit ihren großflächigen Gewerbe- und Industriegebieten sowie den Wohnsiedlungen Emstekerfelds und damit noch vorhandenen und notwendigen gemeindlichen Entwicklungsfreiräumen umgehen wolle.

Zudem habe Tennet auf Nachfrage von Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese nicht zusichern wollen, dass die 110 KV-Leitungen in Kellerhöhe in die neuen Leitungsmasten miteingehängt werden. Das werde weiterhin die Forderung der Stadt bleiben.

Zudem werde die Verwaltung nun beim anstehenden Raumordnungsverfahren auf die Einsicht der Raumordnungsbehörde hoffen. Denn die Mindestabstände der Höchstspannungsfreileitung zu Wohnbebauung (400 m zu geschlossen bebauten Wohnlagen und 200 m Abstand zu Wohnbebauungen im Außenbereich) seien unbedingt zu beachten – ggfs. unter Ausdehnung der Erdverkabelung.

Carsten Mensing
Cloppenburg
Redaktion Münsterland
Tel:
04471 9988 2801

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Tennet | Stadthalle | Bundesregierung

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