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Landkreis Emsland ruft Katastrophenfall aus
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Aktualisiert vor 1 Minute.

Moorbrand In Meppen
Landkreis Emsland ruft Katastrophenfall aus

NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Funken mit neuester Technik

16.08.2018

Wilhelmshaven /Ramsloh Sie sind besonders leise und unter Wasser beinah unsichtbar: U-Boote. Deshalb können sie so gut im Verborgenen operieren. Die Führung von Land aus stellt in diesem Fall eine Herausforderung dar. Denn gängige kurzwellige Funkverfahren und Satellitenkommunikation funktionieren im Wasser nicht. Ein aufgetauchtes oder dicht an der Wasseroberfläche „schnorchelndes“ U-Boot jedoch wäre leicht zu entdecken.

Um mit ihren getauchten U-Booten zu kommunizieren, betreibt die Marine seit 36 Jahren ihre Längstwellen-Funksendestelle Saterland/Ramsloh. Die acht hohen rot-weißen Antennenmasten sind das weithin sichtbare Kennzeichen der Dienststelle. Die Funksendestelle ist dem Wilhelmshavener Marineunterstützungskommando, Abteilung „Führungsunterstützung der Marine“, unterstellt – und wird vom Marineführungsunterstützungszentrum 2 in Ramsloh betrieben.

Aktuell arbeiten dort 44 Soldaten und 16 zivile Mitarbeiter des „technischen Betriebsdienstes“, so Oberleutnant zur See Kim Schäfer (37) beim Besuch der riesigen Anlage im Moor. Der Technische Offizier ist staatlich geprüfter Techniker, in Ramsloh stellvertretender Dienststellenleiter und zudem für die Sicherheit sowie die Ausbildung zuständig. Die meisten Soldaten und Mitarbeiter seien Elektroniker, Elektriker, Mechatroniker oder Industriemechaniker. „Sie halten den Betrieb in Schicht- und Bereitschaftsdiensten rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr aufrecht.“ Dazu kommen die Mitarbeiter der zivilen Wache.

Die Marinefunksendestelle erstreckt sich auf einer Fläche von 540 Hektar und besteht im Wesentlichen aus der gewaltigen Sendeanlage mit acht 100 Kilowatt Sendeverstärkern. Sie ist für einen Frequenzbereich von 14 Kilohertz bis 50 Kilohertz ausgelegt. Die Anlage unterteilt sich in zwei Halbanlagen mit eigenem Schutzbau und jeweils vier zugeordneten Antennenmasten. Die oberen Stahlseile sind Teil der Antenne, die darunter halten den Mast. Neben diesem Netz aus mehreren Schirmstrahlerseilen befindet sich unsichtbar 30 Zentimeter tief im Moorboden das Erdnetz der Antennen – 200 bleiummantelte Kupferkabel, die von jedem Antennenfuß aus strahlenförmig nach außen verlegt sind.

All die Jahre arbeiteten die Sender mit bewährter Röhrentechnik. Diese Ära geht zuende. Denn seit 2017 laufen Arbeiten, um die Marinefunksendestelle auf den neuesten technischen Stand zu bringen. Für rund 56 Millionen Euro halten modernste Halbleiter- und Informationstechnologie sowie neue Software in die Sende- und Steuerungsanlagen Einzug, wie das zuständige Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr seinerzeit mitteilte.

„Zum Gesamtpaket der Umrüstungsarbeiten gehört auch die Schulung des Bedien- und Instandsetzungspersonals für die neue Technik“, sagt Oberleutnant Schäfer. In einem der beiden Schutzbauten ist die neue Technik bereits installiert; vor einigen Wochen wurde von dort das erste Mal gesendet. Doch bis alles rund läuft, sind noch einige Arbeiten nötig. Die modernen Anlagen wurden übrigens in nur gut sechs Monaten installiert.

„Allein für unsere eigenen sechs U-Boote hätte sich dieser Aufwand wohl nicht gelohnt“, sagt der 37-Jährige. „Aber wir halten ständig auch Kanäle für die Nato bereit, damit unsere Partner über unsere Funksendestelle ihre U-Boote weltweit erreichen können. Unter Wasser, versteht sich.“ Die Signale kommen übrigens bereits verschlüsselt in Ramsloh an. „Wir wissen nicht, was für Nachrichten wir funken, sondern nur, dass wir funken“, erzählen die Männer und Frauen deshalb gerne.

„Unsere Antennenmasten sind mit ihren 352,5 Metern die höchsten begehbaren Bauwerke Europas“, sagt Kim Schäfer. „Und mit 368 Metern ist in Deutschland nur der Berliner Fernsehturm höher als unsere ,Türme‘.“ Zu Wartungszwecken bringt bei Bedarf ein Zahnrad-Fahrstuhl Techniker – und gelegentlich Gäste ohne Höhenangst – in gut 20 Minuten hinauf auf die Spitze des (dann abgeschalteten) Mastes, der einen Durchmesser von 2,20 Metern hat und fast 500 Tonnen wiegt. „Derzeit ist es im Inneren allerdings über 50 Grad heiß. Da fährt niemand freiwillig hoch“, erläutert Schäfer, warum bei diesem Besuch auf die tolle Aussicht von oben verzichtet werden muss.

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