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Trassenführung: „Würde Bahndamm sehr vermissen“

06.03.2012

FRIESOYTHE Es gibt sie noch, die alte Bahntrasse. Offiziell ist die Bahnverbindung zwischen Friesoythe und dem Küstenkanal nie eingestellt worden. Es gibt dort zwar keine Gleise mehr, aber ein etwa sechs Meter breiter Streifen quer durch Friesoythe und entlang dem alten Bahndamm ist rechtlich so gewidmet, dass er jederzeit wieder reaktiviert werden kann. Wie berichtet gibt es tatsächlich realistische Planungen, die genau das vorsehen. Das Ziel: Die Anbindung des C-Ports an das Bahnnetz.

Die Strecke von Cloppenburg nach Friesoythe ist noch komplett erhalten. Endpunkt in der alten Hansestadt ist an der Kirchstraße. Auf einem Schild steht „Friesoythe, Hauptbahnhof“. Dort macht oft die Museumseisenbahn Station. Von dort macht sich die NWZ  am Montag auf dem Weg, um die vielleicht bald wiederbelebte Bahnstrecke abzufahren. Die Trasse führt kurz vor der Ampelanlage über die Kirchstraße. Weiter geht es über die Parkplätze zweier erst vor wenigen Jahren gebauten Fachgeschäften.

„Wir sind informiert“

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Eines gehört Felix Frerichs. Er weiß, dass irgendwann der Tag kommen kann, an dem Güterzüge vor seinem Geschäft entlang fahren werden. „Wir sind von Anfang an darüber informiert worden, daher ist das in Ordnung“, sagt der Inhaber von Zweirad Frerichs. Wichtig sei, dass man dann gemeinsam eine Lösung finden müsse. Er geht davon aus, dass die Trasse dann so aussehe, wie bei einer Straßenbahn, also dass die Gleise ebenerdig in ein Teerbett eingelassen sind. Wirklich entspannt ist er aber nicht: „Egal ist uns diese Entwicklung natürlich nicht, dass ist klar. Ich rechne aber nicht so schnell damit, dass das Projekt umgesetzt wird. Erst muss das Potenzial am C-Port vorhanden sein.“

Weiter geht die rund 6,5 Kilometer lange Strecke Richtung Europaplatz. Am Aldi und E-Center entlang führt die Trasse im Schatten des Jugendzentrums Wasserturm kurz vor dem Kreisel über die Bahnhofstraße. Auf der anderen Straßenseite steht ein Marienklus. Auf den ersten Blick könnte es dort eng werden, wenn man bedenkt, dass dort bald Güterzüge verkehren sollen. Hinter dem Feuerwehrhaus – dort, wo neue Parkplätze für die Rettungskräfte angelegt sind – geht die als Bahnstrecke gewidmete Trasse weiter und findet Anschluss an den alten Bahndamm. Dort beginnt eine Allee, die bis zum Küstenkanal führt. Der asphaltierte Weg ist beliebt bei Fußgängern, Joggern, Walkern und Radfahrern.

„Das passt doch nicht“

So geht auch Angela Pancratz jeden Tag auf dem alten Bahndamm spazieren. Mit dabei hat sie ihren elf Monate alten Airedale Terrier „Karlsson“. Mit ihm würde sie gerne noch ein paar Jahre auf dem idyllischen Weg Gassi gehen. „Ich fände es wirklich schade, wenn hier Züge fahren würden. Den Bahndamm würde ich sehr vermissen“, sagt die Friesoytherin. Sie sei aber auch zwiegespalten. Denn wenn die Bahnstrecke rentabel sei, dann sei das ein Argument für die Bahnverbindung.

Von der Sedelsberger Straße bis zum C-Port sind es dann noch rund fünf Kilometer. Bei sonnigem Wetter ist das Teilstück gesäumt von Menschen, die hier Entspannung und Erholung suchen. Arnold Caspers ist am Montag einer von ihnen. Er joggt mit seinen beiden Border Collies regelmäßig auf dem alten Bahndamm und hat eine klare Meinung: „Ich fände es überhaupt nicht in Ordnung. Da wird für den Straßenverkehr eine Entlastungsstraße gebaut und gleichzeitig soll eine Bahn quer durch die Stadt fahren. Das passt doch nicht“, so der Friesoyther.

Zeitpunkt offen

Ob und wann die Bahnanbindung realisiert wird, ist noch völlig offen. Doch wenn ein größerer Ansiedler am C-Port, der viele Arbeitsplätze schafft, eine Eisenbahnanbindung braucht, könnte der Plan Wirklichkeit werden. Die Stadt Friesoythe jedenfalls hält am Verlauf der Trasse fest, hatte die Stadtverwaltung vor wenigen Tagen bestätigt.

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Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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