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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Ziel: Cloppenburg bis 2050 klimaneutral gestalten

07.04.2012
NWZonline.de NWZonline 2015-07-24T13:46:39Z

Umwelt:
Ziel: Cloppenburg bis 2050 klimaneutral gestalten

CLOPPENBURG „Wir wollen die Stadt nach vorne bringen, und das nicht nur für ein, zwei Jahre, sondern für Jahrzehnte“, umschreibt Yilmaz Mutlu, FDP-Ratsherr, die Motivation für eine neue Energieinitiative, die er gemeinsam mit seinen politischen Weggenossen Dieter Beuse und Udo Anfang (beide Zentrumspartei) jetzt auf den Weg gebracht hat.

„Das Cloppenburger Energiesparkraftwerk“ haben sie ihr Projekt überschrieben. In einem Zehn-Punkte-Programm soll die Stadt zu einer klimafreundlichen und CO-neutralen Kommune bis 2050 umgestaltet werden, haben die „Energieköpfe“ Beuse, Gas- und Wasserinstallateurmeister, und Anfang, Elektroinstallateur, Gas-Wasser- und Heizungsbaumeister, sich zum Ziel gesetzt. Kernstück des „Einsparkraftwerks“ ist zunächst eine Webseite, auf der dokumentiert wird, welche Energie in Cloppenburg eingespart oder nicht verbraucht wurde.

Waren aus Cloppenburg

Handwerks- oder Industrie-Unternehmen, kommunale Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen, Kirchen, aber auch die Bürger Cloppenburgs sollen sich beteiligen können: Sie alle können sich registrieren und mit Einzelmaßnahmen ihren Heizenergie- oder Stromverbrauch verringern – etwa durch einen energiesparenden Kühlschrank, der aber bei einem Unternehmen in Cloppenburg gekauft werden muss.

Aus diesem Pool sollen Förderbeiträge für Energiesanierungen an die Mitglieder ausgeschüttet werden. Wenn sich Siedlungen dazu entschließen, Blockheizkraftwerke zu installieren, gibt es ebenfalls einen Investitionszuschuss – je nach Höhe der Effizienz. Zudem sollen Solaranlagen – dafür soll ein Dachkataster angelegt werden – oder Windenergieanlagen mit den Mitgliedern und der Stadt erstellt werden. Dafür soll auch eine Betriebspartnerschaft – möglicherweise mit der EWE – eingegangen werden.

Größtes Einsparpotenzial versprechen die Initiatoren durch Wärmedämmung von Gebäuden oder durch den Einsatz sparsamer Elektrogeräte und Beleuchtungssysteme: „Der Wärmebedarf in Gebäuden kann durch Wärmedämmung um 80 Prozent reduziert werden; im Strombereich sind Einsparungen von bis zu 40 Prozent möglich“, so Beuse. Jede dieser Maßnahmen würde die Kapazität des virtuellen Kraftwerks erhöhen.

Ein Ökocent für den Pool

Finanziert werden sollen die Investitionen zum einen, indem die Bürger dem Energiepool, einer Gesellschaft, beitreten. Dazu müssen sie neben einer Aufnahmegebühr einen Jahresbeitrag leisten. Jährlich werden die Strom- und Gasverträge ausgeschrieben. Je mehr Mitglieder, desto bessere Verträge können ausgehandelt werden, so das Kalkül. Wer Strom- oder Gas bezieht, zahlt zusätzlich zum Tarif einen Öko-Cent, der am Jahresende in den Pool fließt. Die Stadt soll sich ebenfalls finanziell beteiligten. Wie die Einnahmen verwendet werden, sollen Mitglieder mitbestimmen können. Über das Portal soll auch abgestimmt werden, mit wem Energielieferverträge geschlossen werden. Zudem, so die Überlegungen, könnten die eingesparten Emissionen an der CO-Börse verkauft werden – eine Tonne bringe zur Zeit etwa 38 Euro, rechnet Beuse vor.

Zunächst gelte es aber, ein Konzept zu erarbeiten und Bürger zu beteiligen. Auch die Stadt soll ins Boot geholt werden. Dafür müsse eine kommunale CO-Bilanz aufgestellt werden. Im nächsten Schritt wollen die Initiatoren das Webportal einrichten, auf dem alle energiesparenden Maßnahmen dargestellt werden.