Damme - Dieselfahrverbot in Damme: Mit dieser Meldung hat die Stadt im Kreis Vechta am Samstag – einen Tag vor dem 1. April – auf Facebook für viel Wirbel gesorgt. Das „große Interesse an einem Verbot als ehemaliger Luftkurort hat dazu geführt, dies nun als erste Stadt in Niedersachsen auszusprechen“, ließ sich Bürgermeister Gerd Muhle zitieren. Das Ordnungsamt unter der Leitung von Andreas Herzog werde regelmäßig Kontrollen durchführen, hieß es in dem Facebook-Post weiter. „Wenn sich geparkte Dieselautos in den gesperrten Gebieten befinden, können Bußgelder bis zu 80 EUR verhängt werden.“

Das Fahrverbot selbst solle am 1. September in Kraft treten, hieß es weiter. Die Stadt stellte sogar eine Google-Karte mit dem vermeintlich betroffenen Gebiet dazu und lud zu einer Bürgerversammlung am 17. Juni um 17 Uhr auf dem Kirchplatz ein. Dieses Datum ließ einige Leser stutzig werden: Zu genau diesem Zeitpunkt wird die deutsche Fußballnationalmannschaft bei der WM zum Auftaktspiel gegen Mexiko auflaufen. Hatte die Stadt hier einfach schlecht geplant? Oder ließ sich daran eine Flunkerei zum 1. April erkennen?

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Die Reaktionen ließen jedenfalls nicht lange auf sich warten – weit über 100 Nutzer reagierten auf die Botschaft. „Habt ihr noch alle Tassen im Schrank! Unglaublich, was die sich da alles ausdenken. (...) Hauptsache die Bürger ausnehmen“, erboste sich ein Facebook-Nutzer. „Damme kann die Bürgersteige hochklappen. Dann fahren wir eben außerhalb ins Restaurant und zum Einkaufen“, prophezeite ein anderer düster.

Andere Nutzer hatten einen anderen Verdacht. „Endlich mal ein gelungener Aprilscherz! Respekt an die Macher, genau mein Humor! Wie die Leute abgehen, ist schon erstaunlich. Da verstehen die keinen Spaß!“, kommentierte ein Nutzer. Dass noch gar nicht 1. April war, nahmen die meisten gelassen hin. „Mensch Leute, Karneval wird in Damme doch auch ’ne Woche früher gefeiert als anderswo. Warum seid ihr beim Aprilscherz so kleinlich?“, schrieb eine Nutzerin.

Doch auch unter jenen, die von einem Scherz ausgingen, waren nicht alle amüsiert. „Dieser Aprilscherz kommt hier an, als wenn man bei der Flugabfertigung einen Scherz über eine angebliche Bombe macht“, diagnostizierte ein Nutzer anhand der anderen Kommentare. „Wenn’s ein Aprilscherz ist, finde ich den ziemlich unangemessen, sorry“, schrieb eine Nutzerin. „Schlechter Scherz, der arme Gerd Muhle, der muss sich nächste Woche das ganze Gemecker anhören“, schrieb eine andere.

Am Sonntag sprang die Gemeinde Neuenkirchen-Vörden auf den Zug auf und postete ihrerseits auf Facebook: „Asyl für Dammer Carnevalsumzüge!“ Weil das Fahrverbot auch den traditionellen Umzug betreffe, sei Hilfe nötig. „Dank der guten Kontakte von CNN Präsident Frank Umlandt zum Dammer Carnevalsverein von 1614 konnte schnell eine Lösung für das Problem gefunden werden“, ließ die Gemeinde wissen und kündigte an, dass der traditionelle Dammer Umzug 2019 in Neuenkirchen-Vörden stattfinde. Eine Pointe legten die Spaßvögel von der Gemeinde noch drauf: „CNN Prinz ‘Haumi’ Möller und Ratsvorsitzender Karlheinz Rohe kommentierten diese Entscheidung mit einem lapidaren ’Wir schaffen das’.“

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Timo Ebbers
Timo Ebbers Online-Redaktion (Ltg.)