DAMME - Die Produktion in der Landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft Damme (LBD), die am Wochenende für neue Aufregung im Dioxin-Skandal gesorgt hat, läuft unbeeinträchtigt weiter. Das hat Geschäftsführer Dr. Bernd Brak am Montag erklärt.
Natürlich rechne die LBD mit Absatzschwierigkeiten, wofür Brak auch ein „verschärftes Medieninteresse“ verantwortlich macht. Die LBD beliefere rund 1000 Kunden. 430 davon seien Großkunden, die leicht zu erfassen seien. Den Rest bildeten so genannte Sackkunden, die Futter in kleineren Mengen kauften, so Brak. Die Genossenschaft beschäftige rund 100 Arbeitnehmer. Sollte der Umsatz zu stark und zu nachhaltig einbrechen, könnten Personalmaßnahmen nicht ausgeschlossen werden.
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg führt Ermittlungen gegen Verantwortliche der LBD wegen des Verdachts von Verstößen gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch. Die Ermittlungen stehen in Zusammenhang mit der Verarbeitung und Lieferung von mit Dioxin belasteten Futtermitteln (dieNWZ
berichtete). Geschäftsunterlagen und Proben von Futterfetten wurden sichergestellt. „Die Beweismittel werden derzeit untersucht und ausgewertet. Dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen“, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.Die Zahl der Betriebe im Landkreis Vechta, die schon seit der vergangenen Woche Handelsbeschränkungen unterliegen, weil sie möglicherweise dioxinbelastetes Futter erhalten haben, ist aufgrund weiterer negativer Probeergebnisse gesunken. Elf Betriebe dürfen daher wieder Tiere beziehungsweise Eier in den Handel geben, so Gert Kühling, Pressesprecher des Landkreises. Die Zahl verringerte sich damit von 46 auf 35.
Für die Betriebe, die erst seit dem vergangenen Wochenende Handelsbeschränkungen unterliegen, gebe es noch keine Probeergebnisse. Außerdem habe sich hier ein leichter Anstieg der Anzahl von 364 auf 382 ergeben. Insgesamt unterliegen somit aktuell 417 Betriebe Handelsbeschränkungen.
Die agrarpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Linken, Marianne König, und der Vechtaer Kreisvorsitzende Markus Schalk fordern unterdessen personelle Konsequenzen, Transparenz und ein Umsteuern der Landesregierung. Die Ausweitung des Dioxin-Skandals zeuge von einem „katastrophalen Krisenmanagement“, denn es werde nur informiert, was absolut nicht mehr verschwiegen werden könne.
