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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Damme

„Foto-Mauer“ auf dem Kirchplatz

08.10.2019

Damme Fast 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer teilt eine ebenfalls dreieinhalb Meter hohe, aber von allen Seiten passierbare und nur 20 Meter lange Mauer nun den Dammer Kirchplatz. Bis zum 24. November ist dort die Fotoausstellung „Grenzfall“ des Dammer Fotografen Norbert Enker zu sehen. Sie war am Tag der Deutschen Einheit offiziell eröffnet worden.

Zwischen Weihnachten 1989 und März 1992 unternahm der gebürtige Dammer Enker zahlreiche Reisen nach Berlin und hielt spannende Augenblicke und Momente der einstigen Grenze fest. Knapp 30 Jahre nach dem Mauerfall sei es nun an der Zeit gewesen diese Bilder auch den nachfolgenden Generationen zu zeigen, so der Vorsitzende des Kunst- und Kulturkreises Damme Dr. Lars Petersen: „Wir als kleiner Kunst- und Kulturkreis sind sehr stolz darauf, dass 72 seiner beeindruckenden Fotografien nun an so einem prominenten Ort in seiner Heimatstadt zu sehen sind.“

Professorin Dr. Helen Koriath vom Kunsthistorischen Institut der Universität Osnabrück erinnerte bei der Eröffnung daran, dass auch nach fast 30 Jahren nach dem Mauerfall und exakt 29 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch eine Art „imaginäre Mauer“ die Menschen in Ost und West trennt. „Die Euphorie der Einheit ist nach 30 Jahren verflogen“, so Koriath. Diese geplatzten Hoffnungen und Wünsche würden auch Enkers Fotografien widerspiegeln. „Seine Fotografien heben sich deutlich von den in der Öffentlichkeit und in den Medien zu sehenden Bilder der damaligen Zeit ab“, sagte die Professorin der Kunstgeschichte. Vielmehr seien Enkers Bilder von Authentizität geprägt, in denen zum Teil auch die Hilflosigkeit der Menschen, die unsichere Zukunft oder die Gleichgültigkeit Vieler spürbar gemacht wurden.

Neben dem Fotografen Norbert Enker, der sich sichtlich bewegt bei allen Helfern und Unterstützern dieses Projekts bedankte, sprach auch Pfarrer Heiner Zumdohme einige Worte zu den Besuchern der Vernissage. „Für mich gab es kein Zögern als ich gefragt wurde, ob der Kirchplatz für diese Ausstellung zur Verfügung stehen könnte“, so der Geistliche der katholischen Pfarrgemeinschaft St. Viktor. Schließlich sei der Fall der Mauer kirchlichen Ursprungs gewesen. Aus den Montagsgebeten in der Leipziger Nikolaikirche entwickelten sich die Montagsdemonstrationen.

Parallel zu der Ausstellung auf dem Dammer Kirchplatz wurde in der Pausenhalle des Dammer Gymnasiums ebenfalls eine Mauer nachgebildet. Unter der Anleitung der Pädagogen Ronny Kamrath und Heike Regin bereiteten die Schüler und Schülerinnen des Wahlpflichtunterrichts Geschichte der Klasse neun sowie zwei Kurse des Wahlpflichtunterrichts Kunst der Klassen neun und zehn eine Ausstellung vor, die ab dem 21. Oktober und bis zum 24. November zu sehen sein wird und sich an die Schüler des Gymnasiums, der Real- und der Hauptschule richtet. In dieser wird sich mit der Geschichte des Mauerbaus und den zahlreichen Opfern der Teilung auseinandergesetzt. Während die Schüler des Geschichtskurses zahlreiche Arbeitsblätter und Infotafeln vorbereitet haben, malten die Schüler der Kunstkurse Motive der westlichen Mauerseite anhand originaltreuer Bilder Norbert Enkers nach.

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