Damme - Das neue Endometriosezentrum am Dammer Krankenhaus ist erfolgreich gestartet. Dr. Bernd Holthaus, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, zog jetzt ein Jahr nach der Gründung eine positive Bilanz. Die Resonanz übertreffe die Erwartungen, sagt er, Patientinnen würden von weither nach Damme kommen, um sich hier behandeln zu lassen.

„Das zertifizierte Endometriosezentrum zur Therapie der chronischen Gebärmuttererkrankung ist das erste und bisher einzige zwischen Oldenburg und dem Ruhrgebiet“, teilte Pressereferent Daniel Meier im Namen der Klinik mit. In Niedersachsen würde es insgesamt nur fünf Zentren geben.

„Die chronische Gebärmuttererkrankung ist oftmals dafür verantwortlich, dass Frauen ungewollt kinderlos bleiben oder auch starke Regelbeschwerden haben“, erläuterte Dr. Bernd Holthaus. In dem Zentrum hätten Frauen die Möglichkeit, nach zertifizierten Standards behandelt zu werden. Das Zentrum sei von der Stiftung Endometriose-Forschung, der Europäischen Endometriose-Liga sowie der Endometriose-Vereinigung Deutschland überprüft worden. „Die Zertifizierung unterstreicht unseren hohen Qualitätsanspruch“, betonte der Chefarzt.

Die Therapie der Endometriose ist laut Holthaus vielfältig und sehr anspruchsvoll. Sie bedarf häufig einer interdisziplinären Behandlung. Und darin liegt laut des Mediziners auch eine Besonderheit des neuen Zentrums: Es kooperiert mit vielen Partnern. Dazu gehören unter anderem die Allgemein-Chirurgie, Urologie, Pathologie, Radiologie, Anästhesie und Schmerztherapie, Physiotherapie sowie niedergelassene Frauenärzte.

Die Endometriose ist eine gutartige, häufig chronische Erkrankung, bei der Gewebe der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle wächst und zu Beschwerden führt. Die Beschwerden der Patientinnen variieren sehr stark. Das Beschwerdebild hängt von den befallenen Organstrukturen und dem Ausmaß des Befalls ab. Typische Beschwerden sind Unterleibsschmerzen, Blutungsstörungen, unerfüllter Kinderwunsch, Stuhlentleerungsstörungen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Bis zur Diagnosesicherung vergehen häufig mehrere Jahre, da das Beschwerdebild so unterschiedlich auftritt. Rund 40 000 Frauen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Endometriose.

Bei einem Verdacht auf diese Erkrankung kann die Diagnose durch eine Tast- und Ultraschalluntersuchung sowie gegebenenfalls weitere Untersuchungen (Blasen-, Darm- und/oder Bauchspiegelung) erfolgen. Endometrioseherde müssen operativ entfernt oder gegebenenfalls zusätzlich medikamentös behandelt werden, teilte die Klinik weiter mit. Die operative Therapie sei sehr anspruchsvoll, da die Endometriose auch in Nachbarorgane einwachsen könne wie zum Beispiel Blase, Darm und Nerven.