Delmenhorst - Neuanfang unter neuer Führung: Nach reichlich Problemen im vergangenen Jahr hat der Delmenhorster Ortsverein des Deutschen Kinderschutzbundes (KSB) einen neuen Vorstand. „Der Kinderschutzbund hatte eine sehr bewegte Zeit, jetzt gibt es einen Neustart“, sagte Jörg Bernhardt, seit einem Monat Vorsitzender, am Dienstag bei der Vorstellung des Führungs-Teams um Elke Schaffarzyk (Schriftführerin), Marion Peyk-Stenzel (Schatzmeisterin) sowie Angelika Cromme, Hans-Dieter Grund und Wolfgang Stenzel (Beisitzer),
Im vergangenen Jahr hatte vor allem ein plötzlich entdecktes Loch in den Finanzen für Probleme gesorgt: „Wir saßen plötzlich auf dem Trockenen“, sagt Schaffarzyk, die bisher das Amt der Vorsitzenden kommissarisch bekleidete. Die prekäre Lage sei laut Schaffarzyk zwar „entdeckt, behandelt und gelöst“ worden, dennoch sind finanziell keine großen Sprünge möglich. „Unsere Basis ist ehrenamtlich, wir haben keine hauptamtlichen Mitarbeiter mehr“, sagt Marion Peyk-Stenzel.
An den bewährten Angeboten will der neue Vorstand aber weiterhin festhalten. Die Hausaufgaben-Betreuung für Grundschüler findet auch weiterhin täglich statt. „Hier brauchen wir aber noch unbedingt einen oder zwei Helfer“, meinte Berhardt, der sich auch weitere Mitglieder wünscht. Der Erlebnistag donnerstags von 15 bis 17 Uhr soll ebenfalls bestehen bleiben, ebenso die Elternkurse „Starke Eltern, starke Kinder“. „Das gibt es eine große Nachfrage, die Kurse sind voll“, sagte Schaffarzyk. Das bestätige die Bedeutung des KSB in Delmenhorst.
Die Haupteinnahmequelle des KSB, die sozialpädagogische Familienhilfe, sei „im letzten Jahr komplett zusammengebrochen“, sagte Bernhardt, der eher zufällig zum Kinderschutzbund gekommen ist. Im Juli fragte er Schaffarzyk, ob sie Räume kenne, in denen er mit seiner Frau die Kindertagespflege „Giraffenland“ für Kinder bis drei Jahre starten könne. Schaffarzyk bot die Räume des KSB an der Langen Straße an. Seit August betreut das Ehepaar Bernhardt hier acht Kinder. „Das kam genau im richtigen Moment“, sagte Schaffarzyk. Die Kinderbetreuung beim KSB sei damals schlecht gelaufen – zwei Betreuerinnen für lediglich zwei Kinder.
Ob in Delmenhorst Bedarf besteht, wie früher sämtliche Aufgaben zu übernehmen, die das Jugendamt dem Verein überträgt, „das müssen wir klären“, meinte Bernhardt. Dazu soll es bald ein Gespräch mit der Stadt geben.
