Delmenhorst - Am Hermann-Allmers-Weg in Bungerhof bahnt sich Ärger an. Nördlich der ruhigen Wohnstraße will die Ganderkeseer Baugrund- und Erschließungs-GmbH Delmenhorster Geest auf einem sieben Hektar großen Plangebiet eine Neubausiedlung mit Ein- und Zweifamilienhäusern erschließen und hat dazu einen Antrag an die Stadt gestellt. Der war zwar im vergangenen Jahr schon einmal im Bau- und Planungsausschuss einstimmig abgelehnt worden, doch die Gesellschaft lässt nicht locker. In der Sitzung des Fachausschusses am Mittwoch, 12. Juni (Beginn um 17 Uhr im Rathaus, Großer Sitzungssaal) soll über den Antrag auf Aufstellung eines Bebauungsplanes zwischen der Straße Am Heidkamp und dem Hermann-Allmers-Weg im Grenzbereich zu Ganderkesee beraten werden. Der überwiegende Teil der Fläche gehört einem Landwirt, rund drei Hektar sind in städtischem Eigentum.
Die Verwaltung empfiehlt, dem Wunsch des Antragstellers zu entsprechen. Dieser habe sich bereit erklärt, die Kosten des Bebauungsplanverfahrens zu übernehmen, heißt es in der Beschlussvorlage. Dazu soll ein so genannter Städtebaulicher Vertrag abgeschlossen werden. Man stünde in Konkurrenz zu Ganderkesee-Heide, stellt die Verwaltung fest. Es ginge auch darum, den Fortzug Delmenhorster Bürger in die Nachbargemeinde zu bremsen.
„Wir brauchen kein neues Baugebiet. Es gibt in Delmenhorst zehn Baugebiete, wo sofort gebaut werden kann“, stellt Yvonne Ingenbleek fest. Die Anwohnerin des Hermann-Allmers-Wegs weiß rund 100 Nachbarn hinter sich, die genauso wie sie das Neubaugebiet verhindern wollen. Statt die Randlagen zu zersiedeln, sollte man besser die innerstädtischen Baulücken schließen. Rückendeckung erhalten die Anwohner vom Naturschutzbund. Margitta Spiecker vom NABU-Referat „Nachhaltige Siedlungsentwicklung“ nennt das Plangebiet, das eine Wallhecke und einen großen Eichenbestand beinhaltet, einen „ganz wertvollen Bereich mit hoher Artenvielfalt“. Spiecker verweist überdies auf ein nur 100 Meter entferntes Landschaftsschutzgebiet.
