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AUFTRITT „Obama: der Traum vom Erbe Martin Luther Kings“

Auf der Bühne spielt er Nelson Mandela oder Martin Luther King. Mit der NWZ spricht er über Politik, Karriere und Vorhaben.

Von inka fürup

Frage:

Herr Williams, Sie sind dem deutschen Publikum eher als Entertainer bekannt. Jetzt treten Sie mit Blues auf die Bühne. Seit wann sind Sie Sänger?

Williams:

Ich singe bereits seitdem ich sieben Jahre alt bin. Meine Familie war sehr musikalisch und meine Mutter hat mich oft mitgenommen und vor Publikum auftreten lassen. In der Highschool habe ich Preise gewonnen und auch in Deutschland bin ich zuerst im Musical „Hair“ aufgetreten. Sie sehen also, ich bin seit jeher Sänger. Dass ich als Moderator bekannt bin, liegt wohl an der Präsenz in den 80-er Jahren im Fernsehen. Das wird vielleicht stärker wahrgenommen. Mein Herz gehört neben dem Theater und der Schauspielerei schon immer dem Blues und Gospel.

Frage:

Sie erwähnten es gerade selbst: Sie treten in Musicals auf und haben sogar selber einige geschrieben. Dabei besetzen Sie schwierige, politische Rollen wie in „Martin Luther King“ oder der „Mandela Story“. Wie kommt das?

Williams:

Ich mag den Ausdruck Musical nicht besonders. Damals in „Hair“ war das anders, die Musik und die Geschichte waren politisch. Es ging um Revolution, Freiheitsrechte, die Hippie-Generation. Ich mag den Anspruch. Daher ist „King of Love“ kein Musical, sondern ein Werk mit Dialog, Tanz und Gesang, Gospel, Pop und sozialpolitischem Touch. Ich bin politisch sehr interessiert.

Frage:

Inwiefern?

Williams:

Als schwarzer Amerikaner habe ich schon in meiner Kindheit bestimmte Erfahrungen gesammelt, die mein Interesse an den politischen Gegebenheiten und Geschehnissen geweckt haben. Ich möchte mich gerne informieren und werbe dafür, dass sich auch andere Menschen, insbesondere Jugendliche, politisch informieren. Ich arbeite viel mit Schulen zusammen und versuche, genau das zu vermitteln. Ich mag den Austausch und verarbeite meine Meinung z.B. in der Musik.

Frage:

Wie bewerten Sie die Wahl des neuen amerikanischen Präsidenten? Oder sind Sie eher in der deutschen Politik verhaftet?

Williams:

Ich sage zur Wahl von Obama immer: Jetzt ist intelligente Farbe ins weiße Haus gezogen. Vorher lief vieles lange falsch in der Politik und Obama wird ein schweres Erbe antreten bei dem, was Bush ihm hinterlassen hat. Natürlich wird nicht sofort alles perfekt, aber es ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Für mich ist Obamas Wahl die – wenn auch nicht zu erwartende – Folge des Traums einer Nachfolge meines Idols Martin Luther King.

Was die deutsche Politik anbetrifft, kann ich sagen, dass sie mich interessiert. Deutschland ist meine Heimat, ich habe zwei Kinder hier. Aber ich kann nicht wählen, ich bin Amerikaner.

Frage:

Kein Interesse an der deutschen Staatsbürgerschaft?

Williams:

Ich hatte die Antragsunterlagen bereits ausgefüllt in der Schublade, als der Wahlkampf in Amerika begann. Bei einem Sieg McCains hätte ich die Staatsbürgerschaft gewechselt.

Frage:

Sie treten jetzt in Delmenhorst auf. Sind Sie zum ersten Mal hier?

Williams:

Nein. Ich war vorher bereits viele Male als Schauspieler hier. Die Auftritte waren immer ausverkauft. Ich erinnere mich gerne an die Begeisterungsfähigkeit der Delmenhorster und komme gerne immer wieder.

Frage:

Und noch ein Letztes: Sie wirken sehr publikumsnah. Haben Sie gar keine Allüren?

Williams:

Ich finde, Allüren sind absoluter Blödsinn. Sie signalisieren Unsicherheit und Schwäche. Wir brauchen in diesem Beruf unsere Fans und den Applaus. Es ist eine Unverschämtheit, wenn wir keine Zeit mehr für ein Lächeln und ein paar Worte haben.
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