Delmenhorst - Wird die Syker Straße nun ausgebaut oder nicht? Wenn es nach Meinung des Delmenhorster Planungsausschusses geht, dann nicht. Denkbar knapp hatte sich dieser am Dienstagabend mit 7:5 Stimmen gegen den von der Stadt geplanten Ausbau ausgesprochen. Doch ist der Ausbau damit vom Tisch? Nein, denn dass ein ähnliches Abstimmungsverhalten in der nächsten Ratssitzung zu beobachten sein wird, ist alles andere als ausgemacht.
Zweifel an Entscheidung
So sprach sich Grünen-Fraktionschefin Marlis Düßmann zwar gegen den Ausbau aus, doch merkte sie an, dass sie Zweifel an ihrer Entscheidung bekommen habe. Mittels weiterer Informationen will sie mit ihrer Fraktion noch einmal über Zustimmung oder Ablehnung des Projekts beraten. Auch Ratsfrau Eva Sassen stimmte – nachdem sie zu Beginn noch von einer „verpassten Chance“, dem Willen der Bürger Rechnung zu tragen, gesprochen hatte – für den Ausbau. Weitere Meinungsänderungen bleiben also denkbar.
Schließlich wurde von allen Fraktionen der dringende Handlungsbedarf erkannt, die Syker Straße – die Fachdienstleiter Harald Ruge zufolge im Oberflächenkataster in der zweitschlechtesten Kategorie angesiedelt ist – und das sich unter ihr befindliche Leitungsnetz zu reparieren. Streitpunkte blieben dabei nach wie vor die bislang noch unbekannten Kosten für die Anwohner, die Verengung der Straße sowie die Fällung großer Teile des sich an der Straße befindlichen Baumbestands (die NWZ berichte).
Bäume nicht zu retten
Dass dieser allerdings so oder so kaum zu retten sei, machte Fachbereichsleiter Fritz Brünjes deutlich. Da auch der Untergrund dringend saniert werden müsse, würde unweigerlich auch der Wurzelbereich der Bäume geschädigt, so Brünjes. Der Erste Stadtrat Gerd Linderkamp wies auf den möglichen Verlust von Fördergeldern hin: „Wenn wir auf die Förderung verzichten, wird es für die Bürger am Ende noch teurer.“
Auch die ehemalige Hertie-Immobilie war an diesem Abend Thema im Ausschuss. Dieser folgte einem Antrag von SPD und CDU, auf den sich beide zuvor in einem interfraktionellen Gespräch geeinigt hatten. Hiernach wird das Gebiet um die Hertie-Filiale zu einem „Stadtumbaugebiet“ deklariert. So soll es möglich sein, Mittel aus dem Förderprogramm „Stadtumbau West“ zu bekommen. Vorrangiges Ziel soll es aber sein, die Tätigkeit der Verwaltung „auf den Krankheitsherd der Innenstadt“ zu fokussieren, heißt es in einer Stellungnahme beider Parteien.
