Delmenhorst - Dem geplanten Ausbau der rund zwei Kilometer langen Nord- und Dwostraße sollen möglichst wenig Bäume geopfert werden. Deshalb hat sich der Planungsausschuss Donnerstagabend in einer Sondersitzung mehrheitlich mit fünf Enthaltungen für die baumschonende Variante entschieden, die nicht von der Verwaltung favorisiert worden war. Danach können 21 der rund 40 Jahre alten 31 Ahornbäume stehen bleiben. Die ursprüngliche Planung ging von 31 gefällten Bäumen aus.

Dafür, so Peter Pakulat vom Fachdienst Straßen- und Brückenbau, muss jedoch mit erheblichen Einschränkungen gerechnet werden. So können die Baumbereiche des auch von Radfahrern zu nutzenden Gehwegs nur mit einem unterhaltsaufwendigen Sand-Splittgemisch befüllt werden. „Die Chancen, die Bäume zu erhalten, sind mehr als gering“, dämpfte Pakulat die Hoffnungen. Bei den Arbeiten zur Erneuerung von Niederschlagswasserkanal und anderen Leitungen in der Fahrbahn müsse mit Schädigungen des Wurzelwerks gerechnet werden.

Künftig werden sich – ähnlich wie an der Oldenburger Straße – Fußgänger und Radfahrer den 3,50 Meter breiten Gehweg teilen müssen. Eine 30 Zentimeter breite gepflasterte Linie sorgt für eine optische Trennung.

Gegen einen gemeinsamen Fuß-/Radweg protestierte unter Hinweis auf Rollstuhlfahrer Dieter Hohmeister vom Seniorenbeirat. Die Möglichkeit, alternativ einen 1,5 Meter breiten Schutzstreifen für Fahrräder auf der Fahrbahn zu markieren, fand zwar die Zustimmung von BUND-Vertreter Hartmut Rosch und Ratsherr Henning Suhrkamp, wurde aber wegen der künftig um knapp einen Meter auf 6,5 Meter verengten Fahrbahnbreite aus Sicherheitsgründen verworfen.

SPD-Ratsfrau Gudrun Sievers berichtete von eigenen prekären Situationen auf Fahrradstreifen und forderte, durch den Neubau dürfe die Situation für Fahrradfahrer und Fußgänger nicht gefährlicher werden als bisher.

Merkliche Veränderungen bringt der Neubau für den Bereich Nutzhorn-Center, wo ein Kreisel entsteht. An der Schönemoorer Straße entfallen künftig beide Linksabbiegespuren.

Eine Reihe betroffener Bürger, die zu der Sondersitzung ins Rathaus gekommen waren, zeigte sich angesichts des ihrer Ansicht nach „schnellen Durchpeitschens“ des Themas verärgert und verließ vorzeitig die Sitzung. Fachbereichsleiter Fritz Brünjes hatte den Zeitdruck anfangs begründet. Wolle man die für das rund Fünf -Millionen-Euro-Projekt möglichen rund 60 bis 70 Prozent Zuschüsse sichern, müssen die Planungen Ende Oktober vorliegen. Nach den Sommerferien sollen die Anwohner Informationen auch über den von ihnen zu leistenden finanziellen Anteil erhalten.