Delmenhorst - Die Grippe legt weite Teile Niedersachsens lahm: Am vergangenen Sonnabend sind neun Verbindungen der Nordwest-Bahn wegen des hohen Krankenstrandes durch Grippe auf den Strecken zwischen Osnabrück und Wilhelmshaven, Wilhelmshaven und Bremen sowie Osnabrück und Bremen ausgefallen (die NWZ berichtete).
Einige Kliniken in Niedersachsen müssen ihre Patienten sogar auf den Fluren unterbringen. Die Stationen seien teilweise überlastet und müssten Betten auf die Gänge stellen oder Zimmer überbelegen, sagt Helge Engelke von der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft. „Das liegt mit an der Grippewelle.“ Besonders in den Ballungsräumen wie Oldenburg, Osnabrück, Braunschweig oder Hannover seien die Kliniken voll.
In Delmenhorst hingegen ist die Grippewelle noch nicht angekommen. „Wir haben momentan keine Grippepatienten. Was zurzeit für den Oldenburger Raum gilt, ist nicht auf Delmenhorst übertragbar“, sagte Dr. Frank Neumann, Chefarzt für Innere Medizin am Klinikum, am Montag auf Nachfrage der NWZ. Er warnte jedoch auch: „Das heißt natürlich nicht, dass es Delmenhorst in den kommenden Tagen und Wochen nicht doch noch treffen könnte.“
Den Höhepunkt der Grippewelle in Deutschland erwarten Experten vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig in den kommenden drei Wochen. Für eine Impfung ist es auch jetzt noch nicht zu spät. Bis der Impfschutz aufgebaut ist, dauert es aber zehn bis 14 Tage.
Alle Personen ab 60 Jahre, schwangere Frauen, chronisch Kranke, die besonders gefährdet sind, und Personen, die im Falle einer Infektion von ihnen betreute Risikopersonen anstecken könnten, sollten sich in jedem Fall impfen lassen.
Und welchen Schutz außer der Impfung gibt es? „Das Desinfizieren der Hände spielt eine große Rolle“, sagte Horst Freitag, Hygienefachkraft am Delmenhorster Klinikum. Deshalb seien auch in jedem Zimmer sowie im Flur auf jeder Station Spender mit Desinfektionsmittel vorhanden. Das Klinikum arbeitet in diesem Bereich eng mit dem Institut für Krankenhaushygiene im Klinikum Oldenburg zusammen.
Wenn es doch zu einer Infektion gekommen ist gilt: Die Patienten brauchen Ruhe, eine gute Ernährung und viel Flüssigkeit.
