Delmenhorst - „Im Moment durchlaufen wir die Testphase. Uns wurde ein bestimmtes Ziel vorgegeben: pro Kalenderjahr müssen wir in den ersten zwei Jahren je 100 Bewerber in einen Beruf integrieren.“ Marion Denkmann, stellvertretende Geschäftsführerin des Delmenhorster Jobcenters, ist zufrieden. 107 Teilnehmer sind von Mai bis Dezember vergangenen Jahres in einer Arbeitsstelle übergegangen, das hat die Erwartungen erfüllt.

Im Bewerbungsbüro gibt es jeden Tag etwas zu tun. Insgesamt seien bereits knapp 600 Bewerber von ihrem Arbeitsvermittler hergeschickt worden, erklärt Denkmann. Die NWZ  hat nachgefragt, wie die Bilanz des Bewerbungsbüros knapp ein Jahr nach der Öffnung aussieht.

„Fast 200 haben jetzt einen Beruf gefunden“, fügt Magdalena Bochniak vom Bewerberbüro hinzu. Sie ist jeden Tag gemeinsam mit Arbeitslosen am Arbeiten. Es wird versucht eine aussagekräftige Bewerbung mit „auffälligem, aber professionellem Anschreiben und vernünftigem Lebenslauf“ zu entwickeln, sagt sie. „Wir sind keine Bewerbungsautomaten, die Bewerber sollen ihre eigenen Inhalte schreiben, wir geben eine Hilfestellung und beantworten Fragen.“ Oftmals wüssten die Arbeitslosen nicht, was ihre Stärken seien oder würden einfach nur ihre Kontaktdaten nicht korrekt notieren, so Bochniak. Bei Firmen gingen meist so viele Bewerbungen ein, dass man auffallen müsse. „Chefs gucken sich nicht eine komplette Bewerbung an“, macht sie klar.

Teilweise seien einige so frustriert, dass sie zum Jobcenter kommen würden und verzweifelt erklärten, sie nehmen alles, was sie kriegen. Bochniak fällt dieser Trend bei den Jugendlichen auf: „Wir stehen für eine ausführliche Beratung.“ Alle, die beim Jobcenter gemeldet seien, könnten auch während der normalen Öffnungszeiten in den Bewerbungsraum kommen und sich an einen der vier Computer setzen, um selbstständig an den Unterlagen zu arbeiten, erklärt Bochniak.

In naher Zukunft steht eine Konferenz mit den Führungspersonen des Jobcenters an. Dann legen Denkmann und Bochniak die Zahlen vor und hoffen auf eine Fortsetzung des Bewerberbüros. „Wir haben gute Zahlen und wiegen die Kosten dadurch auf“, zeigt sich Denkmann erfreut.

Christoph Tapke-Jost