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Misshandelte Hündin In Delmenhorst Betty braucht menschliche Nähe und Sicherheit

Chelsy Haß

Bookholzberg/Bergedorf/Delmenhorst - Anfang September wurde eine schwer verletzte und verwahrloste Hündin an der B 212 in Bookholzberg gefunden. Betty, wie sie mittlerweile genannt wird, wird seitdem in der Kleintierpraxis Delmenhorst und im Tierheim Bergedorf wieder aufgepäppelt.

Dabei stand es zu Beginn gar nicht gut um die American-Bulldog-Hündin. „Betty hatte zahllose Verletzungen. Vor allem im vorderen Bereich des Körpers“, sagt Yvonne Preiß, tierärztliche Praxismanagerin in Delmenhorst. Ein Ohr war komplett zerstört, sie war blutüberströmt und völlig unterkühlt, hatte zahlreiche Einbisse und mehrere Durchbissfrakturen. Um Betty sah es schlecht aus.

„Für-immer-Zuhause“ gesucht

Noch bis Ende der Woche können sich potenzielle neue Herrchen und Frauchen beim Tierheim Bergedorf bewerben.

Das muss erfüllt werden: Betty soll einen Einzelplatz auf Lebenszeit bekommen, Haus mit Garten oder Terrasse, gefestigte Verhältnisse, Erfahrung mit Tierschutzhunden, Einzelperson oder Paar über 50 Jahre, Entfernung zur Praxis in Delmenhorst höchstens 50 bis 100 Kilometer.

Bewerbungen können noch per Mail an das Tierheim Bergedorf (info@tierheim-bergedorf.de) in Ganderkesee geschickt werden. Telefonisch ist es unter t  0 42 22/805 87 47 erreichbar.

Doch die Erstmaßnahmen – Infusionen und Antibiotika – schlugen an und Betty überlebte. Damit ist das Leiden der zehn Jahre alten American-Bulldog-Hündin aber noch längst nicht vorbei. Erst am Dienstag musste sie wegen einer schweren Bissverletzung im Auge operiert werden.

Illegale Kampfhundzucht

Wie Betty zu ihren Verletzungen gekommen ist, darüber hat Preiß eine Theorie: American Bulldogs seien in Deutschland als Rasse nicht zugelassen, seien aber in der Hundekampfszene beliebt. Die Untersuchungen würden zudem dafür sprechen, dass Betty als „Gebärmaschine“ für die illegale Zucht eingesetzt wurde. Zurzeit ermittelt auch die zuständige Polizeiinspektion.

Die Praxismanagerin geht davon aus, dass Betty im Laufe ihres Lebens etwa 80 Welpen zur Welt gebracht hat. „Vermutlich hat sie erst vor wenigen Monaten ihre letzten Welpen geboren“, sagt Preiß. Später sei sie wahrscheinlich als Beißopfer zur Scharfmachung anderer Hunde eingesetzt worden.

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Neues Zuhause für Betty

Ein Schicksal, das die Menschen in der Region nicht kalt lässt: Über die Facebook-Seite „Rettet Betty“ sind schon zahlreiche Sach- und Geldspenden eingetroffen. Für das Praxisteam geht es nun vor allem darum, ein neues Zuhause für die Hündin zu finden. Schon bald soll Betty vermittelt werden. In Absprache mit dem zuständigen Tierheim in Bergedorf wird nun geprüft und schließlich entschieden, wer die Hündin aufnehmen darf. „Es haben sich schon viele Leute gemeldet. Ende der Woche wird eine Vorauswahl getroffen“, so Preiß.

Eine spezielle Hündin

„Betty ist speziell und wird immer speziell bleiben. Sie sucht die menschliche Nähe, weil sie das vermutlich noch nie so erlebt hat, und braucht Sicherheit“, erklärt die Praxismanagerin. Zehn Jahre lang sei die Hündin „durch die Scheiße gegangen“. Preiß wünscht sich, dass Bettys zukünftige Besitzer mindestens 50 Jahre alt sind, zwar reichlich Erfahrung mit Hunden haben, aber aktuell keinen besitzen: „Auch wenn sie ganz lieb ist, könnte sie aggressiv auf willkürliche Dinge reagieren, die sie mit negativen Erlebnissen verbindet.“

Bis es der Hündin wieder gut geht, könnten laut Preiß noch viele Monate vergehen, „vielleicht wird sie immer behandelt werden müssen.“ Deshalb legt die Delmenhorster Tierarztpraxis Wert darauf, dass ihre neuen Besitzer nicht weiter als 100 Kilometer entfernt leben.

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