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NWZonline.de Region Delmenhorst

„Die Menschen sind zynischer geworden“

04.03.2019
Frage: Worüber können Sie lachen?
Hennes Bender: Über mich selber. Also über vieles. Aber vor allem über meine eigene Dämlichkeit.
Frage: 1990 haben Sie ihr Bühnendebüt gefeiert. Wann wussten Sie, dass Sie auf die Bühne wollen? Gab es hierfür ein prägendes Erlebnis?
Bender: Genau dieser Auftritt hat mich geprägt. Hamlet am Bochumer Schauspielhaus. Womit andere Ihre Bühnenkarriere beenden, habe ich angefangen. In diesem Moment habe ich Theaterblut geleckt. Danach gab es kein zurück.
Frage: Seitdem reisen Sie durch Deutschland, begeistern das Publikum. Hat sich in diesen knapp 30 Jahren das Lachverhalten der Zuschauer verändert? Inwieweit sind auch bei Ihnen Veränderungen festzustellen?
Bender: Die Menschen sind zynischer geworden. Ich glaube, da sind vor allem das Internet und die sozialen Medien schuld. Man will sich nicht mehr überraschen lassen, sondern beklatscht sein eigenes Wissen und lacht über die Witze, die man schon kennt. Das war früher anders. Unschuldiger.
Frage: Was wäre das schlimmste Publikum, was man sich vorstellen kann, wenn man auf der Bühne steht?
Bender: Schlimm wäre, wenn eine einzelne Person sich über einen Witz aufregt, dann während der Show die Bühne betritt und sich vor dem Komiker aufbaut und sich bei ihm beschwert. Sie wissen was ich meine (Eine Zuschauerin trat während des Auftritts von Bernd Stelter bei einer Karnevalssitzung auf die Bühne, Anmerkung der Redaktion). Manche Leute denken, sie könnten sich alles erlauben. Ich stehe bei meinen Shows unter Hochspannung, das ist schon sehr gefährlich, sich mir feindlich zu nähern. Da kann es zu Entladungen kommen. Ich bin da wahrscheinlich nicht so freundlich, wie der Kollege Stelter neulich. Sie müssen verstehen, dass wir da oben auf der Bühne Fokus der Aufmerksamkeit sind, und obwohl wir sehr stark daherkommen, haben wir in diesem Moment eine dünne Haut und sind extrem verletzlich. Menschen halt. Das vergessen viele bei dem ganzen Lärm und Trara.
Frage: Sie haben auch schon den pyromanischen Professor in der Sesamstraße gespielt oder die Kampfdroiden in Star Wars synchronisiert. Wie schwierig ist es, sich auf eine solche Rolle einzustellen, was macht daran Spaß?
Bender: Ich kann behaupten, nur die Rollen angenommen zu haben, mit denen ich mich auch identifizieren konnte. Ich habe mich nie verbogen. Wenn ich für solche Rollen gebucht worden bin, wie z.B. der Bösewicht in dem Videospiel „Little Big Planet“, dann auch, weil die Macher Hennes Bender haben wollten. Das hat die Arbeit ungemein vereinfacht.
Frage: Gibt es eine Rolle, bei der Sie seit Jahren darauf warten, dass man sie Ihnen anbietet?
Bender: Ich glaube, als romantischer Liebhaber bin ich durch, aber in einer Sprechrolle in einem großen Animationsfilm würde ich mich gerne noch sehen. Oder als Fiesling bei den „Drei Fragezeichen“. Da warte ich eigentlich täglich auf den Anruf.
Frage: Benötigt man auch mal Abstand von der Bühne oder dem Aufnahmestudio? Wie können Sie am besten entspannen?
Bender: Die Zeit zwischen den Auftritten, die langen Anfahrten und die Zeiten im Hotel bringen einen schon runter. Ich bin nicht mehr in dem Alter, in welchem ich nach jeder Show noch Party machen möchte. In Delmenhorst wüsste ich auch gar nicht wo. Obwohl ich da schon gefühlte 100 Mal war.
Frage: Aktuell sind Sie mit ihrem Soloprogramm „Alle Jubeljahre – Das Beste aus 50 Jahren“ in ganz Deutschland unterwegs. Was macht dieses Programm so besonders?
Bender: Nun, es ist ein Best-of. Eine Lieblingsnummer jagt die nächste. Ich habe einfach zu viele Favoriten. Ich weiß: Jammern auf hohem Niveau. First World Problems.
Frage: Sie versprechen dabei, auch auf die Wünsche des Publikums einzugehen. Was macht den besonderen Reiz daran aus?
Bender: Ich weiß halt nicht, was gewünscht wird. Ich ahne es höchstens. Aber ein paar mal ist es schon vorgekommen, dass mir jemand aus dem Publikum meine eigene Nummer erzählt hat. Das war eine ganz besondere Form der Interaktion. Es sind immerhin sieben oder acht Programme, die ich auf dem Buckel hab.
Frage: Im Oktober 2012 waren Sie mit Ihrem Soloprogramm der erste Künstler, der in der damals neu eröffneten Delmenhorster Divarena aufgetreten ist. Was verbinden Sie mit Delmenhorst?
Bender: Delmenhorst war immer gut zu mir. Und umgekehrt. Als ich zum ersten Mal auf der Fensterbank beim Italiener nebenan auftrat, habe ich mich sofort an die guten alten Nightwash-Tage erinnert. Ich glaube, ich habe damals schon auf der Bühne gesagt: Ich will nächstes Jahr unbedingt wiederkommen. Delmenhorst ist halt mehr für mich als die Heimat von Frau Connor und ein Lied von „Element of Crime“. Es ist ein Stück künstlerisches Zuhause für mich. Ein größeres Kompliment kann ich einer Stadt nicht machen. Mit seinem Programm „Alle Jubeljahre – Das Beste aus 50 Jahren“ ist Hennes Bender am Freitag, 8. März, ab 20 Uhr in der Delmenhorster Divarena zu Gast.

Karten sind erhältlich unter   www.nwzticketshop.de 
Sönke Spille Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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