DELMENHORST - DELMENHORST - Mit einem Aktionsstand auf dem Marktplatz haben Mitglieder des Delmenhorster Jugendrotkreuzes am Sonnabend auf die zunehmende Kinderarmut in Deutschland aufmerksam gemacht. Trotz zum Teil strömenden Regens sammelte der DRK-Nachwuchs den ganzen Nachmittag fleißig Unterschriften, führte Befragungen durch und verteilte Informationsbroschüren.

Das Engagement der Delmenhorster Jugendlichen war Bestandteil der bundesweiten Aktion „Armut: Schau nicht weg“ des Roten Kreuzes. Mit der Kampagne möchte der Wohlfahrtsverband darauf aufmerksam machen, dass in Deutschland inzwischen jedes siebte Kind von Armut betroffen ist – mit steigender Tendenz.

Im Gespräch mit Passanten wollten die Jugendrotkreuzler zudem auf Problemstellungen in Delmenhorst hinweisen. Die Stadt tue zwar eine Menge für Jugendliche, etwa durch zahlreiche Freizeitangebote in den Jugendhäusern, sagte DRK-Kreisjugendleiter Stefan Strodthoff. „Dennoch ist im Rahmen der Sparpolitik auch immer wieder die Kinder- und Jugendhilfe betroffen.“

Das Sammeln von Unterschriften diene daher als Signal an die örtliche Politik. „Wir wollen zeigen, dass die Öffentlichkeit Interesse an der Förderung von armen Kindern hat“, sagte Strodthoff.

Dieses Interesse ist bei den sechs Delmenhorster Jugendrotkreuzlern, die sich an der Aktion beteiligten, ohne Zweifel vorhanden. Sie alle hatten freiwillig ihre Teilnahme zugesagt. Warum? „Weil ich es doof finde, dass Kinder in meinem Alter arm sind und mit leerem Magen in die Schule gehen müssen“, begründete der 13-jährige Julien Lisson.