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NWZonline.de Region Delmenhorst

Analyselabor: Richtiger Riecher für Giftstoffe

25.01.2020

Delmenhorst Sie verstecken sich im Boden, in der Decke oder der Wand. Sie machen langsam krank und werden oft über Jahre hinweg nicht entdeckt. Die Rede ist von Wohngiften in Gebäuden – eine unsichtbare Gefahr, derer viele Menschen sich nicht bewusst sind. Über die gesundheitlichen Auswirkungen informiert das Delmenhorster Analyselabor Lafu am Freitag, 31. Januar, 18 Uhr, in einem Vortrag in der VHS Delmenhorst. Anmeldungen an info@vhs-delmenhorst.de oder unter Telefon  04221/98 18 00.

Referenten sind Tinola Zörner, Renate Seyfert und Gary Zörner vom Lafu. Die Problematik wird vorgestellt und Tipps zur Vermeidung gegeben. Zur Veranschaulichung kommen ein Experiment und Geruchsproben zum Einsatz. Ihre Spürnase beweisen die Lafu-Experten bei ihren Einsätzen. Mit sechs zertifizierten Geruchsprüfern gehen sie den potenziellen Gefahrenquellen zunächst mit der Nase nach. Danach folgen umfängliche Probenentnahmen und Untersuchungen. Eine große Rolle spielt dabei der Hausstaub. In ihm lassen sich viele Giftstoffe nachweisen.

Jährlich gebe es etwa 1500 Anfragen von Menschen, die in Gebäuden krank geworden sind. „Das kann in der Schule passieren, im Büro oder in der eigenen Wohnung“, erklärt Lafu-Chef Gary Zörner. Das Lafu untersucht alle infrage kommenden Ursachen: chemische durch Pestizide, biologische durch Schimmel oder Haustiere, physikalische durch Elektrosmog und psychosoziale durch diverse Faktoren. „Das Risiko können wir meist schon von den vorherrschenden Gerüchen her ableiten“, sagt Zörner.

Bei einem Experiment zeigt Michael Kossack wie der Alpha-Zerfall von Radon aussieht. Dieses radioaktive Spurengas reichert sich auf natürliche Weise aus Mineralien und Gesteinen in der Bodenluft an. Durch undichte Bodenplatten von Gebäuden kann es in die Innenräume gelangen. Die radioaktive Strahlung führt zu erheblichen Gesundheitsbelastungen. „Radon kann man nicht riechen, schmecken oder sehen. Beim Menschen führt es zu einem erhöhten Lungenkrebsrisiko“, erklärt Kossack. Das Problem trete zwar häufiger in Süddeutschland auf, aber auch in der Region um Delmenhorst komme es zu Einzelfällen.

Klassische Fälle, die zu Krankheiten führen, sind hohe Konzentrationen von Lösungsmitteln wie Formaldehyd, das in Farben und Lacken vorhanden sein kann, oder schwerflüchtigen Giften aus Pestiziden und Weichmachern. „Im Innenraum ist man mit Tausenden Substanzen konfrontiert, die Auswirkungen auf die Gesundheit haben“, sagt Zörner. Besonders gefährlich seien die Wechselwirkungen zwischen den Stoffen. Das sehe man am Beispiel von Schwermetallen wie Blei und Quecksilber. „In Kombination sind diese Stoffe tödlich.“ Deshalb sind Zörner und seine Kollegen strikt gegen die aus ihrer Sicht zu niedrigen Grenzwerte. Diese ließen das Zusammenspiel der Stoffe außen vor.

NWZonline.de/gesundheit
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Arne Jürgens Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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