DELMENHORST - DELMENHORST - Nach einer eindeutigen Einschätzung von Amtstierarzt Dr. Georg Garrels hat der Fachausschuss für Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr gestern die Anschaffung eines Narkosegewehrs einstimmig abgelehnt. Die Vorsitzende des Kreisverbandes Delmenhorst/Wesermarsch/Oldenburg-Land der Tierschutzpartei, Heidi Scharfscheer, hatte zuvor mit einem eindringlichen Appell versucht, die Ausschussmitglieder für die Investition zu interessieren.

Anlass waren die tödlichen Schüsse auf einen mutmaßlichen Kampfhund am 22. August. Aber auch im Sommer 2004 habe die Polizei eine Schusswaffe einsetzen müssen, nachdem im Stadtgebiet ein Deckbulle ausgebrochen war. Solche Einsätze seien angesichts möglicher Querschläger auch für die Bevölkerung nicht ungefährlich, warnte Scharfscheer. Die Anschaffung eines Narkosegewehrs koste zudem nicht, wie die Verwaltung behaupte, rund 5000 Euro, sondern sei schon für unter 2000 Euro zu haben.

Doch Garrels, der selbst Jäger ist, warnte als zuständiger Fachdienstleiter davor, sich vom Einsatz eines Narkosegewehrs Wunderdinge zu erhoffen. „Es ist irrig anzunehmen, dass ein Tier, das ständig in Bewegung ist, in kürzester Zeit in den Schlaf geschickt werden kann“, unterstrich der Tierarzt. Es dauere bis zu einer Viertelstunde, bis die betäubende Wirkung einsetzt.

Nach Darstellung des geübten Schützen erfordert der Umgang mit einem Narkosegewehr zudem ständiges Training. Unter den Delmenhorster Gegebenheiten mache die Anschaffung kaum Sinn – eine Auffassung, dem im Ausschuss niemand widersprechen mochte.