DELMENHORST - Der Vorstand des Delmenhorster Tierschutzvereins hat mit der Entlassung seiner Ein-Euro-Kraft auf die von einigen Mitgliedern erhobenen Vorwürfe reagiert, die Frau versorge die Tiere nicht richtig. „Wir stehen jetzt in Verhandlungen mit einem Mieter, der auf dem Tierschutzhof in Schillbrok einziehen und die Tiere versorgen soll“, erklärt Vereinsvorsitzende Heike Heinrich. Derzeit werden die Tiere im Wechsel von Vereinsmitgliedern betreut.

Die seit mehr als einem Jahr schwelenden Unstimmigkeiten zwischen Vorstand und Mitgliedern gipfelten jetzt in einem Misstrauensantrag, der die Abwahl des Vorstands zum Ziel hat. „Natürlich ist nicht alles immer richtig gelaufen“, räumt Heinrich ein. Die erhobenen Vorwürfe seien jedoch „teilweise absolute Lüge“ oder zumindest „überspitzt“. Gleichwohl bestehe aus ihrer Sicht kein Zweifel daran, dass sowohl Vorstand als auch Mitglieder stets nur das Beste für die Tiere wollten.

Die jetzt in der Öffentlichkeit verbreiteten Vorwürfe, wonach die rund 15 Katzen, drei Hunde, Meerschweinchen, Kaninchen und Ratten nicht ordnungsgemäß gefüttert und versorgt werden, sehen zwar beide Seiten als vereinsschädigend an, gleichwohl beharren die fünf Mitglieder auf ihren Behauptungen und verlangen die Abberufung des Vorstands.

„Von den auf dem Hof mehrfach gewesenen Ärzten hat noch keiner eine schlechte Behandlung der Tiere festgestellt“, kontert Heinrich. Sie wirft ihren Kontrahenten vor, gesunde Tiere erst krank zu machen. „Die kommen nachts und füttern die an Trockenfutter gewohnten Tiere mit Nassfutter. Das vertragen die nicht und bekommen Durchfall“, hat die Vereinsvorsitzende beobachtet. Zudem würden die satt gefressenen Katzen dann die Nahrung mit den notwendigen Medikamenten verweigern.

Der Amtstierarzt hat nach Angaben von Stadt-Pressesprecher Timo Frers „die Sache im Blick“. Der Arzt sei vor Ort gewesen, habe aber keinen Handlungsbedarf gesehen. Der Vereinsvorstand will jetzt während einer Zusammenkunft das weitere Vorgehen klären. Gleichzeitig bittet Heike Heinrich weiterhin um die dringend notwendigen Spenden.