Delmenhorst - Sie soll eine Wiedereröffnung nach dem langen Lockdown erleichtern: Mit der Applikation „Luca“ könnten Gastronomen, Konzertveranstalter und Einzelhändler künftig ihre Besucher mit dem sogenannten QR-Code in Empfang nehmen, den diese mit der App auf ihrem Smartphone scannen können. Vor allem die Corona-Kontaktnachverfolgung soll so vereinfacht werden. Ob das auch in Delmenhorst Alltag wird, ist aber noch ungewiss.
Die örtlichen Stadtfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und CDU beantragten vergangene Woche die Einführung des Check-in-Systems mit dem Ziel, auch in Delmenhorst eine schnelle Kontaktnachverfolgung bei den Corona-Infektionsketten zu erreichen. „Die Kontaktverfolgung ist ein wesentliches Puzzleteil in der Pandemie, die unter absolutem Datenschutz stattfinden sollte“, sagt Uwe Dähne, Ratsherr von den Grünen.
Reihe von Apps mit ähnlichem Ansatz
Es gab bereits eine Reihe von Apps, die einen ähnlichen Ansatz hatten. Zurzeit scheint sich „Luca“ durchzusetzen. Immer mehr Gemeinden, Städte und Landkreise in Niedersachsen interessieren sich für die Anwendung des Berliner Jungunternehmens Nexenio. „Die Luca-App ist handlich für alle Beteiligten und wahrscheinlich deswegen so beliebt. Sie überzeugt Gesundheitsämter, Nutzer und Betreiber von Events gleichermaßen“, betont Dähne. Auch Maike Stürmer-Raudszus aus der Stadtverwaltung schätzt die App als „durchweg positiv“ ein.
„Luca könnte uns auch viel Zeit ersparen“, sagt der Delmenhorster Gastronom Bernd Schierenbeck. Vergangenes Jahr war zur Bekämpfung des Virus im Gastgewerbe vor allem die Kontaktdatenerfassung der Besucher auf Papier eingesetzt worden. Das hieß für das Servicepersonal doppelte Arbeit, denn neben der Beköstigung der Gäste stand auch ganz klar die Dokumentation im Vordergrund. „Das war ja wie im Mittelalter. Heutzutage hat doch eh jeder ein Smartphone, warum sollte man es dann nicht nutzen?“, sagt Schierenbeck.
„Normales Leben“ wieder ermöglichen
Vor allem eine Kombination aus Impfung, Schnelltest und einer digitalen Kontaktverfolgung sieht der Gastronom als geeignet an, um ein „normales Leben“ wieder zu ermöglichen. Die Betriebe werden wohl auch diesmal verpflichtet, eine Besucherliste zu führen. Die digitale Registrierung, wie durch die Luca-App, soll die bürokratische Zettelwirtschaft überflüssig machen.
Neben der Gastronomie ist auch der Bereich Einzelhandel an Luca interessiert. „Um die App in das alltägliche Leben mit einzubeziehen, ist es wichtig, ihre flächendeckende Nutzung in der Region zu erreichen“, spricht sich Ralf Hots-Thomas, Geschäftsführer der Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft, für ein einheitliches System aus. Generell sei der Einsatz ein begrüßenswertes Hilfsmittel auf dem Weg zurück in Richtung „Normalität“ und biete eine lang ersehnte Öffnungsperspektive – für alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Gemeinsam mit den City-Kaufleuten soll ein Weg gefunden werden, die Luca-App im Handel einzusetzen.
