Delmenhorst - In der Stadt Delmenhorst gibt es mehr Arbeitslose: Wie aus den Zahlen der Agentur für Arbeit erkennbar ist, sind im Mai 3812 Männer und Frauen bei der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter arbeitslos gemeldet – und damit 131 mehr als noch im April. Die Arbeitslosenquote liegt dabei bei 9,9 Prozent, im Vorjahr waren es noch 9,3 Prozent.
Auch die Zahl der gemeldeten Stellen ist im Mai gesunken. „Wir stellen fest, dass die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt etwas zurückgeht“, sagt Karin Kayser, Geschäftsstellenleiterin der Arbeitsagentur in Delmenhorst. Die Entwicklung werde zudem stark durch eine Qualitätsoffensive des Jobcenters geprägt. Die Überprüfung der Statuseinträge zur Arbeitslosigkeit hat im April begonnen. Die Ergebnisse fließen nun zunehmend in die Statistik ein, die Zahl der im April und Mai arbeitslos gemeldeten Personen im Jobcenter stieg dadurch merklich an.
Dies lässt sich auch mit Blick auf die Entwicklung der Rechtskreise erkennen. Während im Jobcenter die Zahl der Arbeitslosen im Mai um 152 Personen gestiegen ist, gab es in der Agentur für Arbeit 58 Personen weniger, die Arbeitslosengeld I erhalten haben.
„Aktuell gehe ich davon aus, dass die Zahl der Stellenmeldungen im Juni wieder steigen wird“, gibt Karin Kayser bereits einen Ausblick. Im Juli würden die Arbeitslosenzahlen saisonal bedingt dagegen wieder steigen.
Interessant ist derweil auch die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt der Stadt. Ende Mai waren 365 Delmenhorster Bewerber auf einen Ausbildungsplatz noch unversorgt, zugleich gab es 169 unbesetzte Ausbildungsstellen. „An der Spitze der gewünschten Ausbildungsberufe gehört bei jungen Frauen die Kauffrau für Büromanagement, bei den jungen Männern Kfz-Mechatroniker“, sagt Karin Kayser.
Wer noch keine Zusage für einen Ausbildungsplatz hat, dem rät sie, verstärkt auf die Suche zu gehen und, bei Bedarf, auch die Unterstützung der Berufsberatung in Anspruch zu nehmen.
„Ich kann an die Jugendlichen nur appellieren, dass sie sich auch nach anderen Berufen umschauen“, so Karin Kayser. Besonders würden Firmen mit Kaufleuten im Einzelhandel und Fachverkäufern im Lebensmittelhandel momentan noch auf der Suche nach Auszubildenden sein.
