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NWZonline.de Region Delmenhorst

Übers Joggen und Weltretten

01.07.2019

Delmenhorst Als eine Schimpftirade an den Ingwer, so blieb den Zuhörern beim 5. Poetry Slam der Städtischen Galerie Delmenhorst der Text von Paula Günnisdottir hängen. Mit viel Witz und Sprachgefühl lies sich die Slamerin darüber aus, wie sehr sie dieses Wurzelgemüse nicht mag. „Ich bin Veganerin und tue mich schwer mit Gemüse“, sagt sie und brachte mit ihrer „Ingwervention“ die Zuhörer immer wieder zum Lachen. Gewonnen an diesem Abend hat die Slamerin mit dem Künstlernamen „Lippi Punkstrumpf“ mit ihrem Vortrag „Müssenallergie: Achtung, der Tag kann Spuren von Müssen enthalten.“

Zehn Poeten standen am Samstag, 29. Juni, auf der Gartenbühne der Städtischen Galerie Delmenhorst. Sie hatten Texte zu unterschiedlichen Themen vorbereitet: Sven Ludewig referierte mit „Wenn weniger manchmal mehr ist“ zum Thema Nachhaltigkeit, Sebastian Hahn amüsierte mit dem Vortrag „Und denk ans Kaloriendefizit“, bei dem er mit dem Sport abrechnet: „Ich will nicht joggen. Ich werde schon kurzatmig, wenn ich angestrengt stehe.“

Zwischen den Auftritten kam Sängerin Rike „Hochzeitskehlchen“ auf die Bühne und inspirierte ebenso mit eigener Poesie, zum Beispiel in ihrem Lied „Freidenker“.

Um Gleichberechtigung ging es bei Janina Mau und ihrem Vortrag „Gleich ist gültig“. Humorvoll stellte Slamerin Annika Blanke als nächste ihren über die Maßen konsequenten Freund Paul vor. „Wenn das Sprichwort: Entweder man lebt oder man ist konsequent, wahr wäre, dann wäre Paul schon lange tot“, sagt sie. Wehwalt Koslovsky schrieb Friedrich Schillers „Das Lied von der Glocke“ in „Das Lied von der Pocke“ um und erntete viele „Iiiiih“-Rufe und Lacher von der Zuhörerschaft.

Extra aus Kiel angereist kam Slamerin Viktorie Helene Bergemann, die über Unsicherheit und Authentizität erzählte. Sie verglich das Gefühl, in dieser Welt nicht sicher zu sein mit einer Nacktschnecke, die doch gerne ein Schneckenhaus zum zurückziehen hätte. Mona Harry beschrieb den Weg zweier Wassermoleküle, die sich ineinander verlieben und Lasse Samström vertauschte in seiner Rede über die Rettung der Welt immer wieder Buchstaben, was zu neuen Kombinationen führte wie „die Welt will Torte statt Waten.“

Joshka Kuty, Organisator des Abends, erinnerte vorab noch einmal alle Zuhörer an die Regeln bei einem Poetry Slam: An erster Stelle steht da „Respect the poet“, also zu deutsch: Respektiere den Poeten. Während die zum Teil noch unerfahrenen Slamer auf der Bühne etwas vortragen, gilt ihnen alle Aufmerksamkeit, wer stört, muss gehen. Zwischendurch konnte das Publikum in Pausen die Ausstellung „Das blaugrüne Dasein“ des Hamburger Künstlers Dirk Meinzer besuchen. Die Mitarbeiter der Galerie hielten Führungen und freuten sich über so viele Besucher.

Veranstalter Kuty hatte für alle Poetry Slam-Fans am Ende noch eine Neuigkeit auf Lager: Stolz präsentierte er den neuen Verein „Slam-a-rang“, den er gerade mit anderen zusammen gründet. „Wir wollen in Delmenhorst Poetry Slam und Mukke für jeden machen und nicht immer 8 oder 9 Euro dafür nehmen“, sei der Hauptgrund. Das stieß auf jubelnden Zuspruch im Publikum.

Freya Adameck Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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