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NWZonline.de Region Delmenhorst

Ausschuss: Klare Worte des Klimaschutzmanagers

15.02.2018

Delmenhorst Es stand einiges auf der Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Gewässerschutz im Delmenhorster Rathaus. Die ersten Punkte wurden schnell abgehandelt – dann stockte es. Als Torsten Prüß, Gruppenleiter der Wasserversorgung bei der SWD, den Sachstand hinsichtlich des Wasserrechtsantrags für die Graft vortragen sollte, wurde klar, dass den Ausschussmitgliedern zu wenig passiert war. Zwar äußerte Prüß, dass Gutachten zu den Themen Hydrogeologie, Bodenkunde oder Naturschutz erstellt worden seien, bei der Stadtverwaltung lägen diese jedoch noch nicht vor. Fachbereichsleiter Fritz Brünjes beendete die Diskussion mit dem Vorschlag, ein konkretes Konzept erstellen zu lassen.

Eine hitzige Diskussion entbrannte, nachdem Klimaschutzmanager Dr. Christian Pade seinen Sachstandsbericht vorgetragen hatte. Seit Anfang 2016 besetzt Pade die vom Bundesumweltministerium geförderte Stabsstelle im Fachbereich Planen, Bauen, Umweltschutz, Landwirtschaft und Verkehr – allein. Und darin, so Pade, läge auch ein Problem. „Einige der Projekte konnte ich aufgrund mangelnder Unterstützung nicht weiter vorantreiben.“ Er sprach von einem Projekt, bei dem Grundschulen mit Energiesparmodulen ausgerüstet werden sollten, „doch das ist an mangelnden Ressourcen gescheitert“, bilanziert Pade. Ebenso sei es bei dem sogenannten „Energie-Team“ gewesen. „Nach und nach wurde mir das Personal dafür abgezogen, sodass sich nichts weiter realisieren ließ. Daher ist es fast konsequent, auch die Stelle des Klimaschutzmanagers einzusparen“, war Pades bittere Erkenntnis. Und tatsächlich, Ende des Jahres 2018 wird die Stelle auslaufen – dem Nachtragshaushalt geschuldet.

Die Ausschussmitglieder standen auf Pades Seite: Prof. Dr. Gerd Turowski vom Naturschutzbund (NABU) sagte: „Wenn das eintritt und der Klimaschutzmanager aufhört, ist das ein schlimmes Armutszeugnis. Es zeigt, dass offenbar die einzelnen Gemeinden und Städte noch nicht dazu in der Lage sind, etwas für den Klimaschutz zu tun.“ Hartmut Rosch (Linke) erklärte: „Zwei Jahre sind viel zu wenig, um in der Bevölkerung ein Umdenken hin zum Klimaschutz zu bewirken.“ Und auch Harald Schneewind (Grüne) war der Meinung, dass eine Stadt wie Delmenhorst „es sich nicht leisten kann, nichts für den Klimaschutz zu tun.“ Detlef Roß (SPD) resümierte: „Ja, Klimaschutz kostet Geld. Aber kein Klimaschutz kostet uns unsere Zukunft. Ich appelliere an alle Ausschussmitglieder: Unterstützen Sie diese Stelle!“

Stadtbaurätin Bianca Urban versuchte zu beschwichtigen und versicherte, dass die Einsparungen im Haushalt überall schmerzten – nicht nur bei der Streichung der Klimaschutz-Stelle. Sie dankte Pade für seine „sehr versierte Arbeit“ und hoffe, dass er weiterhin mit Geduld an längerfristigen Projekten mitarbeiten werde. „Da braucht es Charme und Durchhaltevermögen.“

Imke Harms Reporterin / Redaktion Wildeshausen
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