Delmenhorst - Mit wachsenden An- und Herausforderungen der inklusiven Schule, die seit dem Schuljahresbeginn 2013/14 verbindlich eingeführt wurde, beschäftigte sich der Jugendhilfeausschuss am Dienstagabend im großen Sitzungssaal des Rathauses.

Derzeit gibt es für Kinder mit Beeinträchtigungen Schulbegleiter, die die Schüler im Unterricht unterstützen. „Ziel ist die individuelle Förderung der Kinder“, betonte Olaf Meyer-Helfers, Fachdienstleiter Allgemeiner Sozialer Dienst der Stadt Delmenhorst. „Formal soll die Schulbegleitung das behinderungsbedingte Defizit ausgleichen, um die Teilhabe am Unterricht zu ermöglichen bzw. zu erleichtern“, heißt es dazu in der rechtlichen Grundlage. Grünen-Ratsfrau Andrea Lotios sei das nicht differenziert genug. Sie sprach sich für eine bessere Ausformulierung der Aufgaben aus. „Was fällt in den Aufgabenbereich eines Begleiters und was nicht? Es muss klare Richtlinien geben“, erklärte sie.

Auch seien in den letzten fünf Jahren mehr und mehr Schulbegleiter im Einsatz gewesen. 2012 waren es zwei Fallzahlen, im vergangenen Jahr hingegen schon 25. Auch wurden die Kinder in mehr Unterrichtsstunden begleitet. Der Zuschussbedarf ist von rund 25 000 auf mehr als 490 000 Euro gestiegen. Mit einer weiteren Ausgabensteigerung im Jahr 2018 wird gerechnet. Vom Land Niedersachsen bekommt die Kommune lediglich einen Zuschuss von 47 000 Euro. „Inklusion kostet Geld, das ist kein Geheimnis. Schulbegleiter müssen auch entsprechend bezahlt werden. Da wir das Geld vom Land aber nicht bekommen, müssen wir einspringen und das Thema auf Landes- und Bundesebene immer wieder präsent machen“, sagte Lotios. Die inklusive Beschulung stehe noch am Anfang. Es bedürfe einer Anpassung des Schulsystems.

Neben der inklusiven Schule war auch die Trägerarbeitsgemeinschaft „Tag 78“ Thema im Ausschuss – sie stellte ihre Arbeit vor. Die „Tag 78“ besteht aus den Unterarbeitsgruppen Kindertagesstätte, Hilfe zur Erziehung und Jugendarbeit. Die 2007 gegründete Gemeinschaft versammelt und vernetzt Träger der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe. „Es ist eine Diskussion auf Augenhöhe, eine partnerschaftlich enge Zusammenarbeit“, erklärte Erwin Drefs, Geschäftsführer der Lebenshilfe.