Delmenhorst - Die Ausstellung „80 Jahre Spanischer Bürgerkrieg – eine Spurensuche“, hat die lokale Gruppe „Gegen jeden Krieg“ zum Anlass genommen, einen „kritischen Blick zurück auf den seit 1936 erfolgten Aufbau des Fliegerhorstes Adelheide“ zu werfen. „Vor allem die für den 11. August geplante Begleitveranstaltung könnte den geeigneten Rahmen dafür bieten, sich näher mit dem verbrecherischen Wirken des ,Geschwaders Boelcke‘ zu befassen. Wesentliche Teile dieses Geschwaders waren in Adelheide stationiert; die Beteiligung von Kampffliegern aus Delmenhorst am Luftkrieg in Spanien wie auch zu Beginn des 2. Weltkrieges in Polen sind belegt“, erklärt Vahit Oflazoglu, Sprecher der lokalen Gruppe „Gegen jeden Krieg“. Dass man zu diesen Einsätzen bei der „Garnisonsgeschichte der Stadt Delmenhorst“ keine beziehungsweise unvollständige Informationen findet, kritisiert die Gruppe. „Solche Weglassungen in einer lokalen Militärchronik sind im Grunde eine Falschinformation“, gibt Oflazoglu zu bedenken. Er empfehle der Stadt und den Museen, eine Aufarbeitung vorzunehmen.
Zu diesen Vorwürfen bezog Kay Sachse, Initiator und Koordinator der Projektarbeit eines ehrenamtlich tätig gewesenen Autorenteams, Stellung. „Ich verwahre mich gegen den Vorwurf, mit der von uns erstellten elektronischen Dokumentation über die Delmenhorster Garnisonsgeschichte der interessierten Öffentlichkeit ,Falschinformationen‘ anzudienen, weil über Kriegsbeteiligungen an fernen Fronten zeitweilig in Delmenhorst stationierter Wehrmachtssoldaten wenig berichtet wird“, erklärt er. Die Dokumentation sei dem Garnisonsgeschehen am Standort Delmenhorst zugedacht und sei keine Auflistung der Beteiligung Delmenhorster Soldaten an Kriegshandlungen.
