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NWZonline.de Region Delmenhorst

KZ-Befreiung in Brief geschildert

16.04.2018

Delmenhorst Ein Bild des Grauen bot sich den Truppen der siebten US-Armee bei der Befreiung des Konzentrationslagers in Dachau Ende April 1945. Lieutenant Albert Gaynes schrieb auf, was er gesehen hatte, und schickte einen Brief an seine Frau Debbie in New York. Dieser Brief ist jetzt in Form der Ausstellung „A letter to Debbie“ in der Volkshochschule (VHS) Delmenhorst zu sehen, künstlerisch aufbereitet wurde sie von der Amerikanerin Yardena Donig-Youner. Bis zum 9. Mai kann die Ausstellung besichtigt werden.

Eröffnung mit Programm

Bei der Ausstellungseröffnung am Freitagnachmittag im Lichthof der VHS lasen Inge und Christian Glaß, die im Bündnis gegen Rechts aktiv sind und sich an der Ausstellung beteiligen, Teile des Briefes vor. Darüber hinaus wurde das Musikstück „27. April 1945“ von Karl Amadeus Hartmann gespielt und der Film „Todesmühlen“ von Billy Wilder gezeigt. Die Ausstellung umfasst neben dem „Brief an Debbie“ außerdem Fotos.

Das Ausstellungsprojekt ist ein Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers in Dachau am 27. April 1945. Auf acht Seiten verschafft Gaynes dem Leser einen persönlichen Einblick in das Erlebte: „Ich habe heute die ganze Bestialität der Nazis gesehen in einem Horror-Konzentrationslager“, berichtet Gaynes. Weiter schreibt er: „Ich erlebte mit meinen eigenen Augen den scheußlichen Anblick. Debbie, ich hoffe, Du wirst niemals das sehen, was ich sehen werden.“

Initiator der Ausstellung ist Prof. Dr. Jörg Wollenberg. „Die Künstlerin und Debbie waren befreundet“, erzählt er. Er selbst sei über eine Bekannte mit Donig-Youner in Kontakt gekommen. 2001 sei die Ausstellung in Deutschland zum ersten Mal präsentiert worden. Warum jetzt in Delmenhorst? „Es passt wieder sehr gut in die Zeit. Die Leute sollen darüber nachdenken“, sagt Wollenberg.

Brief soll erinnern

Er selbst habe als Achtjähriger im April 1945 einen solchen Todesmarsch von Auschwitz erlebt, als er beobachtete, wie sich ausgemergelte Häftlinge durch seinen Heimatort Ahrensbök in Schleswig-Holstein schleppten.

Einen Beitrag zur Erinnerungsarbeit möchte die VHS leisten. Von dem Ausstellungsprojekt war VHS-Geschäftsführer Martin Westphal sofort überzeugt. Bis zum 9. Mai ist sie zu sehen. Wollenberg wird die Ausstellung mit Vorträgen zu Veranstaltungen am 19. April, 26. April und am 8. Mai begleiten.

Nina Janssen
Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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VHS | US-Armee | Delmenhorst

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