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NWZonline.de Region Delmenhorst

Großes Konzert, gelebtes Europa

11.05.2019

Delmenhorst „Ich gehe davon aus, dass die wenigsten von euch was mit Computerspielen zu tun haben“, kündigt der Dirigent das nächste Stück an. Gelächter geht durch die Reihen. „Dann hört ihr sicher zum ersten Mal von ,The Legend of Zelda’“, fragt er erwartungsvoll. Die Schüler im Publikum sind sichtlich begeistert von dieser Überraschung. Ein achtminütiges, aufwendig arrangiertes Orchesterstück beginnt.

19 deutsche und 19 polnische Schüler der zehnten Klasse haben am Freitag gleich zwei Mal ein Konzert in der Markthalle gegeben. Dabei fühlte es sich gar nicht an, als sitze man vor einer Schülergruppe, sondern in einem Opernhaus, derart professionell war die Musik. Das Max-Planck-Gymnasium hatte eine Woche lang Austauschschüler des Karol-Lipinski-Gymnasiums aus Lublin zu Besuch. Der Austausch endete mit dem Konzert.

Einstündiges Konzert

Neun Arrangements spielten die Schüler während des einstündigen schulinternen Konzerts in der Markthalle: Unter anderem gab es neben der Melodie von Pink Panther ein Solostück mit Harfe des englischen Folksliedes „Green Sleeves“. Eine klassische Jazzcombo, bestehend aus Klavier, Kontrabass, Klarinette und Schlagzeug, spielte den Standartsong „All of me“. Das gesamte Orchester wurde wieder bei dem stimmungsvollen Musicallied „West Side Story“ gefordert. Leise wurde es bei einem Filmsong aus Lalaland, „City of Stars“, welches drei Schülerinnen vortrugen – mit so zarten und klaren Stimmen, dass es vor Begeisterung ganz still wurde in der vollen Markthalle. Nach dem „Zelda“-Stück als Höhepunkt erhielt das Orchester einen langen, kräftigen und verdienten Applaus. Am Nachmittag wiederholten die Musiker das Konzert für die Öffentlichkeit.

Austausch mit Lublin

Dass die Schüler ihre Instrumente so gut beherrschen, hängt wohl auch damit zusammen, dass beide Schulen einen Musikschwerpunkt haben. Das Max-Planck-Gymnasium bietet von der sechsten bis zur zehnten Klasse Orchesterklassen an, die zusätzlich zum Musikunterricht Praxisstunden haben. An der Schule in Lublin lernt jedes Kind zwei Instrumente, die Musikausbildung ist somit in den Lehrplan voll integriert. Besonderes Musikkonzept, besonderer Austausch: Die Woche haben die Schüler nicht nur mit Ausflügen – beispielsweise nach Hamburg, Bremen und ins Klima-Haus in Bremerhaven – verbracht, sondern auch mit Proben. Zwei bis drei Stunden jeden Tag. „Das hat der Gruppe viel Freude gemacht“, berichtete Jürgen Schmelz, Musiklehrer am Max-Planck-Gymnasium.

Kennengelernt haben sich die Jugendlichen im Oktober, als die deutschen Schüler in Lublin waren. Dort haben sie die ersten Stücke einstudiert. In nur vier Tagen – in Lublin wie in Delmenhorst – schafften es die Schüler, die Stücke gemeinsam zu üben und sich auf die Konzerte vorzubereiten. „Wir hatten schon ein straffes Programm“, sagte die Cellistin Stella (16) am Ende der Woche. „Aber wir haben viel gesehen. Und jeden Tag geprobt, was sehr viel Spaß gemacht hat.“ Dabei seien sie „ziemlich zusammengewachsen“, sagte Ayleen (15), die an der Gitarre spielte. Da konnte die polnische Deutschlehrerin Magdalena Paczynska nur zustimmen: „Dank des Austausches entstehen viele Freundschaften.“

„Maxe“ wird zertifiziert

Gerade diese Verbindung nach Lublin sei ein ganz zentraler Punkt für das Max-Planck-Gymnasium, sagte Lehrerin Sarah Mänz. Die Schule sei gerade erst wieder als Europaschule zertifiziert worden. Alle fünf Jahre wird neu geprüft. „Da sind stabile Bindeglieder zwischen den Ländern ganz wichtig“, so die Europaschulkoordinatorin.

Geleistet werden könne das durch die „großartige, vielfältige Arbeit der Kollegen“, die im Einsatz für Europa seien. Denn das Thema werde fächerübergreifend an vielen Stellen im Schulalltag aufgegriffen, um die Schüler zu sensibilisieren. Hinzu kommen Austausche mit neun Ländern und die Teilnahme am EU-Programm „Erasmus+“. Den Schülern soll bewusst werden, dass sie junge Europäer sind, so Mänz.

Hoffnung in Europa

Als Europäer verstehen sich auch die polnischen Cellisten Simon (13) und Frank (15). Ihnen ist klar, dass Frieden und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind. Von einem zukünftigen Europa ist Simon Frieden und Integration am wichtigsten, aber auch die Meinungsfreiheit. An Europa schätzt er, „dass man frei reisen kann, tolle Menschen in anderen Ländern kennenlernen kann und somit auch andere Lebens- und Denkweisen“. Das sieht Frank ähnlich: „Es ist doch unglaublich toll, wenn die Menschen in Europa andere Länder sehen können“, so der 15-Jährige. Und dann stelle man fest, wie freundlich alle miteinander seien.

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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