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BERICHT „Brutale Zahl“ verdeutlicht die Realität

ALEXANDER SCHMOLKE

DELMENHORST - DELMENHORST - 16,3 Prozent. „Das ist schon eine brutale Zahl“, sagt Wolfgang Ohlrogge bei einem Blick auf die neue Arbeitslosenquote der Stadt Delmenhorst, die gestern bekannt gegeben wurde. „Doch so sieht die Realität nun einmal aus.“

Ohlrogge, Chef der Arbeitsgemeinschaft „Arbeit und Grundsicherung Delmenhorst“ (Arge), und Wolfgang Burkert, Leiter der Agentur für Arbeit, haben den sprunghaften Anstieg der Quote – im Vormonat betrug sie nur 11,9 Prozent – erwartet: „Das liegt daran, dass die arbeitsfähigen Sozialhilfeempfänger, die nun das Arbeitslosengeld II beziehen, in stärkerem Maße als Arbeitslose erfasst und somit in die Statistik aufgenommen werden“, so Burkert. Bislang galten sie als „stille Reserve“.

Für den zweiten Arge-Geschäftsführer Siegfried Dreckmann ist die neue Arbeitslosenquote zwar ebenfalls ein Graus, jedoch sagt er auch: „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.“ Soll heißen: „Besser so, als wenn wir von nun an jeden Monat kleine Steigerungen von ein, zwei Prozent bekannt geben müssten.“

Es gibt auch positive Arbeitsmarktdaten zu vermelden: Zum Beispiel wurden neue Stellenangebote registriert – exakt 275. Damit gibt es derzeit im Bereich der Arbeitsagentur Delmenhorst 505 offene Stellen. „Insbesondere Schausteller, Dreher, Fräser, Kraftfahrer und Serviererinnen wurden gesucht“, berichtet Burkert. „Vereinzelt auch Erzieherinnen und Elektroinstallateure.“

Ebenfalls erwähnenswert: Aus Delmenhorst wird die Kritik von Wolfgang Clement klar zurückgewiesen. Der Bundeswirtschaftsminister hatte den Kommunen vorgeworfen, nicht arbeitsfähige Bürger als arbeitsfähig einzustufen, um so Kosten auf den Bund abzuwälzen. Siegfried Dreckmann dazu: „In Delmenhorst gibt es keinen einzigen Streitfall zwischen Arbeitsagentur und Arbeitsgemeinschaft.“ Dreckmann ist ohnehin der Meinung, dass dieses Problem nur hochgespielt wurde. „Das sind Einzelfälle.“

Deutlich mehr Arbeitslose als im Februar letzten Jahres

Insgesamt sind 8877

Menschen in Delmenhorst und Ganderkesee arbeitslos gemeldet – 2400 mehr als im Vormonat und 2140 mehr als im Februar 2004. Neben 4594 Männern sind 4283 Frauen betroffen. Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen beträgt 3057, das sind 34,4 Prozent aller arbeitslos gemeldeten Bürger.

Die Arbeitslosenquote

in Delmenhorst beträgt 16,3 Prozent. Dieser Wert liegt zwischen jenen, die die Arbeitsagenturen Niedersachsen (12,3 Prozent) und Bremen (18,5 Prozent) bekannt gaben. Im Bundesdurchschnitt liegt die Arbeitslosenquote bei 12,6 Prozent.

Die Mitarbeiter

der Arbeitsgemeinschaft hoffen, dass sich die Arbeitslosenquote schnellstmöglich verringert. Daran werden sie bald noch konsequenter arbeiten können, denn ab dem 21. März können endlich alle Mitarbeiter der Arge in ihrem neuen Domizil auf dem Nordwolle-Gelände unter einem Dach arbeiten.

Mit einer Bitte

wendet sich Wolfgang Burkert an alle Arbeitgeber: Sie sollen offene Stellen so schnell wie möglich der Agentur für Arbeit melden. Dafür ist unter der Rufnummer 04221/980069 eigens eine kostenlose Hotline eingerichtet worden.
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