DELMENHORST - DELMENHORST - 16,3 Prozent. „Das ist schon eine brutale Zahl“, sagt Wolfgang Ohlrogge bei einem Blick auf die neue Arbeitslosenquote der Stadt Delmenhorst, die gestern bekannt gegeben wurde. „Doch so sieht die Realität nun einmal aus.“
Ohlrogge, Chef der Arbeitsgemeinschaft „Arbeit und Grundsicherung Delmenhorst“ (Arge), und Wolfgang Burkert, Leiter der Agentur für Arbeit, haben den sprunghaften Anstieg der Quote – im Vormonat betrug sie nur 11,9 Prozent – erwartet: „Das liegt daran, dass die arbeitsfähigen Sozialhilfeempfänger, die nun das Arbeitslosengeld II beziehen, in stärkerem Maße als Arbeitslose erfasst und somit in die Statistik aufgenommen werden“, so Burkert. Bislang galten sie als „stille Reserve“.
Für den zweiten Arge-Geschäftsführer Siegfried Dreckmann ist die neue Arbeitslosenquote zwar ebenfalls ein Graus, jedoch sagt er auch: „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.“ Soll heißen: „Besser so, als wenn wir von nun an jeden Monat kleine Steigerungen von ein, zwei Prozent bekannt geben müssten.“
Es gibt auch positive Arbeitsmarktdaten zu vermelden: Zum Beispiel wurden neue Stellenangebote registriert – exakt 275. Damit gibt es derzeit im Bereich der Arbeitsagentur Delmenhorst 505 offene Stellen. „Insbesondere Schausteller, Dreher, Fräser, Kraftfahrer und Serviererinnen wurden gesucht“, berichtet Burkert. „Vereinzelt auch Erzieherinnen und Elektroinstallateure.“
Ebenfalls erwähnenswert: Aus Delmenhorst wird die Kritik von Wolfgang Clement klar zurückgewiesen. Der Bundeswirtschaftsminister hatte den Kommunen vorgeworfen, nicht arbeitsfähige Bürger als arbeitsfähig einzustufen, um so Kosten auf den Bund abzuwälzen. Siegfried Dreckmann dazu: „In Delmenhorst gibt es keinen einzigen Streitfall zwischen Arbeitsagentur und Arbeitsgemeinschaft.“ Dreckmann ist ohnehin der Meinung, dass dieses Problem nur hochgespielt wurde. „Das sind Einzelfälle.“
Deutlich mehr Arbeitslose als im Februar letzten Jahres
