Delmenhorst - Es könnte emotional werden, wenn der Ausschuss für Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur am Donnerstag, 7. Februar, ab 17 Uhr bei einer Sondersitzung in der Aula der Delmenhorster BBS II am Wiekhorner Heuweg 56 tagt: Erneut wird über den Schulentwicklungsplan der Stadt beraten.

Bei der letzten Sitzung im November war der Stadtverwaltung für ihren Vorschlag, die Realschule und die Hauptschule Schulzentrum West zu schließen und stattdessen eine dritte Oberschule am Standort Holbeinstraße/Stubbenweg einzuführen, bereits im Vorfeld Gegenwind von Politik und Elternvertretern entgegengeschlagen. Der Standort Lilienstraße würde dabei dem Gymnasium an der Willmsstraße als Außenstelle zukommen. Diese Variante 3 ist eine von sechs Varianten zur Schulentwicklung in Delmenhorst.

Nach einer Sitzung des Arbeitskreises Schulentwicklung am 22. Januar, deren Ergebnisse am Donnerstag vorgestellt werden, favorisiert die Stadtverwaltung weiterhin, Variante 3 genauer zu prüfen. Sie räumt jedoch ein, dass es „aufgrund verschiedener Faktoren, wie der Komplexität des Schulwesens oder der finanziellen Situation der Stadt Delmenhorst, keine Musterlösung für die zukünftige Delmenhorster Schullandschaft gibt.“

Der Widerstand gegen diesen Vorschlag besteht indes weiter: Bülent Büyükbayram, als Sprecher des Stadtelternrates stimmberechtigtes Ausschussmitglied, fordert die Ablehnung des Plans der Verwaltung. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Schulformen beziehungsweise Eltern durch die Verwaltungsvorlage gegeneinander ausgespielt werden“, so Büyükbayram. Bei einer Sitzung des Schulelternrates im November habe sich die Mehrheit für eine Beibehaltung der Schulformen ausgesprochen.

Der Stadtschülerrat und das Kinder- und Jugendparlament Delmenhorst lehnten in einer gemeinsamen Stellungnahme alle der von der Verwaltung vorgeschlagenen Varianten ab: Sie befürchten, „dass durch den Schulentwicklungsplan bestimmte Schulformen bevorzugt werden“, was eine nicht ausgeglichene Schullandschaft zur Folge hätte und in einer Zweiklassengesellschaft enden würde. Alternativvorschlag: alle Schulen der Sekundarstufe I in integrierte Gesamtschulen umwandeln.

Auch die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Delmenhorst möchte sich bei der Schulausschusssitzung am Donnerstag „für den Erhalt einer möglichst großen Vielfalt der Schulformen“ einsetzen. Dies gelte insbesondere für den Erhalt von Haupt- und Realschule. Zwei Oberschulen seien ausreichend, jedoch müsse eine davon um eine Oberstufe erweitert werden.

Die CDU-Fraktion sprach sich für die Zusammenlegung der Oberschule Süd am Brendelweg aus, das freie Schulgebäude an der Königsberger Straße könnte dann als Außenstelle des Willms dienen. Zudem solle eine Oberschule um einen gymnasialen Zweig erweitert und die Realschule in zwei eigenständige Realschulen umgewandelt werden. Für diese beiden Punkte spricht sich auch die UAD-Fraktion aus, immer unter der Prämisse: „Die Vielfalt des Bildungsangebots in Delmenhorst muss erhalten bleiben.“