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Vollsperrung zwischen Lastrup und Nieholte
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 4 Minuten.

Bundesstraße 213
Vollsperrung zwischen Lastrup und Nieholte

NWZonline.de Region Delmenhorst

Stadt erweitert Evakuierungsbereich

18.05.2018

Delmenhorst Nach der Entdeckung eines mutmaßlichen Blindgängers im Stadtosten muss der vorgesehene Evakuierungsbereich „aus technischen Gründen“, so die Pressestelle der Stadtverwaltung, nach Norden hin ausgeweitet werden. Er umfasst nun auch die Bahnstrecke zwischen Delmenhorst und Bremen. Der Bahnverkehr wird voraussichtlich ab 11.45 Uhr eingestellt, berichtete Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst am Donnerstag.

Bahnverkehr steht still

Die Sperrung werde 30 Minuten bis zwei Stunden dauern. Betroffen seien die Streckenabschnitte von Bookholzberg bis Bremen-Neustadt sowie von Wildeshausen bis Delmenhorst. Der Bahnhof Heidkrug wird an diesem Freitagmorgen ab 8 Uhr nicht mehr bedient. Die für diesen Freitag erwarteten erheblichen Verkehrsbehinderungen dürften sich dadurch noch weiter verschärfen, so der Katastrophenschutzstab. Für Betroffene nördlich der Bahn werden zusätzliche Sammelpunkte eingerichtet.

wen die Evakuierung betrifft

In diesen Straßen (alphabetische Auflistung) müssen rund 5000 Bewohner ihre Häuser und Wohnungen verlassen:

Achternweg (komplett), Ackerstraße (komplett), Am Brink (komplett), Am Piekmoor (komplett), Am Poggenpohl (komplett), Annenheider Damm (ungerade Nummern bis zur Hausnummer 27/gerade bis 24), An der Riede (bis zur Hausnummer 12), An der Schaftrift (komplett), Barrienstraße (komplett), Bassumer Straße (komplett), Borisoglebsker Straße (komplett), Breite Straße (komplett), Bremer Heerstraße (Hausnummern 1-23/2-26), Bremer Straße (ab Hausnummer 188), Brinkumer Straße (komplett), Brookweg (komplett), Buschweg (komplett), Bürgerkampweg (komplett), Celler Straße (ungerade Hausnummern bis 31/gerade ab Nummer 30), Eberswalder Straße (komplett), Eutiner Straße (komplett), Feldstraße (komplett), Frühlingsweg (komplett), Großer Tannenweg (Hausnummern bis 6a), Heidkruger Damm (komplett), Heidkruger Weg (ab Nummer 25), Herbstweg (komplett), Hermannsweg (komplett), Hindenburgstraße (komplett), Husumer Straße (komplett), Hohensteiner Straße (komplett), Iprumper Dorfweg (Hausnummern 1,20,36-39), Iprumper Moor (Nummer 1a), Kieler Weg (komplett), Langenwischstraße (komplett), Lubiner Straße (komplett), Margarethenstraße (komplett), Masurenstraße (komplett), Nienburger Straße (komplett), Samlandstraße (komplett), Schilfweg (Nummer bis 59), Schollendamm (Nummern 4-10a), Sommergarten (komplett), Sommerweg (komplett), Syker Straße (Nummern 148-248/155-277/148-248/155-277), Tannenbergstraße (komplett), Varreler Straße (komplett), Vegesacker Straße (ungerade Nummern 1 bis 19/gerade 2 bis 24), Weyher Straße (komplett), Zur Brinksitzerei (komplett)

Wer Hilfe braucht beim Verlassen des Evakuierungsgebietes, wende sich an die Stadt unter Telefon 04221/991600.

Der Verdacht auf eine nicht detonierte Fliegerbombe hat sich bei vorbereitenden Routineuntersuchungen für eine Baustelle im Bereich Stickgras/Langenwisch ergeben. Bei einer gezielten Überprüfung hat er sich weiter erhärtet. Experten schätzen die mutmaßliche Bombe auf mindestens zehn Zentner.

Von der Evakuierung sind einschließlich der Erweiterung etwa 5000 Menschen betroffen. Zunächst hatte es geheißen, dass 4000 Anwohner ihre Häuser verlassen müssen. In dem betroffenen Bereich werden die Menschen mit flächendeckend verteilten Flugblättern auf die bevorstehende Evakuierung hingewiesen. Darüber hinaus werden am Freitag auch Lautsprecherdurchsagen gemacht.

Zeitzeuge gibt Hinweis

Es war ein Zeitzeuge, der den ersten Hinweis gab. „Da könnte noch ein Blindgänger liegen“, sagte er dem Delmenhorster Bauherrn, der im Stadtosten den Bau einer Immobilie plant. Der Mann ging auf Nummer Sicher und beauftragte die Oldenburger Dependance der Magdeburger Firma Kampfmittelbergung (KMB) mit der Sondierung des Grundstücks. „Wir fanden in mehreren Metern Tiefe eine große Anomalie metallischen Ursprungs und haben eine Aufgrabung bis einen halben Meter über dem Objekt gemacht“, berichtet KMB-Geschäftsführer Hans Warfsmann. „Mit Stichsonden haben wir dann einen großen metallischen Körper identifiziert.“ KMB setzte umgehend den Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen in Hannover in Kenntnis von dem Fund, der dann am Montag eine Vor-Ort-Erkundung vornahm. An diesem Freitagmittag soll der letzte halbe Meter Erde abgetragen und das Objekt freigelegt werden.

Karte: Dieser Bereich wird evakuiert

Warfsmann ist zu vorsichtig, um gleich von einer Bombe zu sprechen. „Vielleicht ist es auch ein alter Badeboiler“, sagt er und erinnert an den Fund einer vermeintlichen Bombe bei der Weser-Ems-Halle in Oldenburg im März 2012: Die Bombe entpuppte sich im Zuge der Bergung als alter Rohrpfahl.

Respekt vonnöten

Sprengmeister Hans Mohr vom Kampfmittelbeseitigungsdienst indes ist sich „mit großer Wahrscheinlichkeit“ sicher, dass es sich um eine Weltkriegs-II-Bombe handelt – aufgrund der Aussagen und Schilderungen des betagten Zeitzeugen. Der 53-Jährige, der seit 1984 für den Kampfmittelbeseitigungsdienst arbeitet, wird gemeinsam mit drei Kollegen an diesem Vormittag aus Hannover nach Delmenhorst kommen, um den Fund unschädlich zu machen. Wie berichtet, handelt es sich nach den bisherigen Erkenntnissen um eine recht große Bombe, die mehr als zehn Zentner wiegen dürfte. Respekt ist ist also angebracht. „Wir werden die Bombe komplett ausgraben. Wenn sie einen nicht deformierten mechanischen Zünder hat, ist die Entschärfung verhältnismäßig einfach“, sagt Mohr. Komplizierter werde es dann schon, wenn der mechanische Zünder deformiert sei. Dann komme ein Wasserstrahlschneidegerät zum Einsatz, der Zünder werde mit einem Hochdruckstrahl aus einem Wasser-Sand-Gemisch aus der Bombe herausgetrennt.

Sprengung vor Ort?

Schwierig werde es, wenn es sich um einen sogenannten Langzeitzünder handelt. „Die sind nicht ohne Menschenleben zu gefährden zu entschärfen“, sagt Mohr. Dann käme nur eines in Frage: die Sprengung vor Ort. In Göttingen, daran erinnert der 53-Jährige, seien bei der Entschärfung einer Zehn-Zentner-Bombe mit solch einem Zünder im Jahr 2010 drei Berufskollegen ums Leben gekommen.