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NWZonline.de Region Delmenhorst

Wie ein Bäckermeister Integration betreibt

06.12.2018

Delmenhorst Wenn Christian Peter Brück über Brot spricht, könnte man meinen, der 34-jährige Bäckermeister würde über das Bouquet eines teuren Weines philosophieren. „Großer runder Laib“, „tiefe karamellfarbene Risse“, „ein wildes Unikat“, sind nur einige der Beschreibungen, die Brück einfallen, wenn er über gebackenen Teig spricht. Das ist kein Zufall, denn der gebürtige Delmenhorster ist dabei, der erste Brot-Sommelier zwischen Oldenburg und Bremen zu werden – und gleichzeitig die (geschmackliche) Integration von Flüchtlingen vorantreiben.

„Ich könnte mich mit einem anderen Bäcker stundenlang über Brot unterhalten. Nur können Laien mit diesen Begriffen wenig anfangen. Deshalb ist man als Brot-Sommelier so etwas wie der Übersetzer einer Fremdsprache“, erklärt der Bäckermeister. Als Sommelier muss er alle Brotsorten kennen und benennen, Gerüche und Geschmäcker bestimmen sowie farbliche Kontraste genau beschreiben können. „Man sollte schon eine gewisse Gabe dafür haben, um im Brot die richtigen Düfte wahrzunehmen. Unser Roggenvollkorn riecht zum Beispiel nach Honig – es ist aber kein Honig drin, das liegt an den Säureverbindungen“, sagt Brück.

Backstube ist sein Element

In seiner Backstube ist der 34-Jährige ganz in seinem Element. Bereits mit 13 Jahren absolvierte er beim „Bäcker Becker“ ein Praktikum, später folgte dort die dreijährige Ausbildung. Im Jahr 2016 übernahm er nach einem Ausflug in verschiedene andere Berufe als Meister schließlich seinen früheren Ausbildungsbetrieb. „Ich wusste schon früh, dass ich später Bäcker werden will“, so der Delmenhorster.

Für seine Weiterbildung zum Brot-Sommelier beschäftigt er sich mit dem Thema „Deutsche Brotkultur“. Darüber fertigt er gerade eine Projektarbeit an. „In den Medien ging es zuletzt immer wieder um die Flüchtlingswelle und darum, dass sie unsere Kultur kaputtmachen würden“, sagt Brück. Also wollte er sich als Vermittler betätigen und den Flüchtlingen ein wichtiges Stück deutscher Kultur näherbringen – als Brot-Botschafter. „Ich möchte herausfinden, was unsere zugewonnenen Mitbürger für einen Geschmack haben und ihnen die Berührungsängste nehmen“, erklärt der 34-Jährige.

Frischgebackene Delmenhorster

In Flüchtlingsheim, VHS und Diakonie traf sich der Brotfachmann mit rund 80 frischgebackenen Delmenhorstern und ließ sie verschiedene Brotsorten verkosten: „Die Reaktionen waren unterschiedlich. Obwohl die Tendenz zu den hellen Broten ging, gab es auch einige Überraschungen.“ Die genauen Ergebnisse seiner Projektarbeit will er aber noch nicht verraten. Zunächst peilt er im März 2019 den Abschluss zum Brot-Sommelier an.

Dabei geht es Brück auch darum, dem Brot seine Wertigkeit zurückzugeben. „Durch die Billigprodukte im Supermarkt ist das Brot verramscht worden“, sagt der Bäckermeister. Deshalb stehe er mit seiner biozertifizierten Handwerksbäckerei in Delmenhorst für die Qualität ein. Vielleicht darf er dort bald auch Flüchtlinge als neue Kunden begrüßen, die auf den Geschmack gekommen sind.


Infos über die Bäckerei unter   www.brothandgemacht.de 
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Arne Jürgens Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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