DELMENHORST - Die Wolken hingen bedrohlich tief am Himmel, aber es blieb am frühen Donnerstagnachmittag leidlich trocken auf der Burginsel, Ort des feierlichen Gelöbnisses für rund 140 junge Soldaten der 7. Kompanie des in Adelheide stationierten Transportbataillons 165. Das Spektakel mit in Reih’ und Glied einmarschierenden und anschließend stramm stehenden Wehrpflichtigen, feierlichen Ansprachen, Ritualen und flotter Marschmusik, dargeboten vom Marinemusikkorps „Nordsee“ aus Wilhelmshaven, lockte wieder mehrere hundert Zuschauer in die Graftanlagen, „bewaffnet“ mit Foto- und Videokameras.

„Sie werden zu einem der letzten Wehrpflichtigenkontingente gehören, das die Wehrpflicht von zehn Monaten Dauer abzuleisten haben wird“, sagte der Kommandeur der Logistikbrigade 1 Eingreifkräfte, Brigadegeneral Winfried Zimmer, der für den verhinderten Bundestags-Wehrbeauftragten Reinhold Robbe als Gelöbnis-Redner in die Bresche gesprungen war, zu den Soldaten. Die im Koalitionsvertrag der neuen Regierung festgeschriebene Verkürzung des Grundwehrdienstes auf nur noch sechs Monate ab dem Jahr 2011 werde, so Zimmer, die Einheiten vor Probleme stellen. Die künftigen Grundwehrdienst leistenden Soldaten seien, weil ihnen in der kurzen Zeit nicht genügend Qualifikationen vermittelt werden könnten, nur noch eingeschränkt in den Bataillonen einsetzbar. „Im Ergebnis sind wir bereits heute darauf angewiesen, dass sich gute und motivierte Grundwehrdienstleistende weiter an die Streitkräfte binden“, sagte der Brigadegeneral.

Zuvor hatte der Kommandeur des Transportbataillons 165, Fregattenkapitän Volker Laabs, das Wort an die Soldaten gerichtet. Heute, so Laabs, würde von den Wehrdienstleistenden mehr gefordert als in früheren Jahren, als es noch keine Einsätze deutscher Soldaten in Konflikt- und Krisenregionen gab. In diesem Kontext erhalte der Begriff „Tapferkeit“ eine ganz konkrete Bedeutung.