DELMENHORST - Rund 850 Mann aus allen Teilen des Bataillons waren angetreten. Das Marinemusikkorps Nordsee spielte auf.
Von Wolfgang Loest
DELMENHORST - Es war ein großer Tag für den Bundeswehr-Standort Delmenhorst: Mit der offiziellen Indienststellung des Transportbataillons 165 durch Generalmajor Heinz-Georg Keerl ist Delmenhorst am Donnerstag in die „Top Ten“ der deutschen Garnisonsstädte aufgerückt. Künftig werden knapp 2700 Soldatinnen und Soldaten in der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne stationiert sein. Außerdem wurde gestern bei einem Empfang nach dem Appell die 50-jährige Präsenz der Bundeswehr in Delmenhorst gewürdigt.Fregattenkapitän Rüdeger Schomburg erinnerte als Standortältester daran, dass im Zuge der Ende 2004 eingeleiteten Strukturreform zahlreiche Standorte geschlossen und ganze Landkreise „bundeswehrfrei“ werden. Zu Zeiten des Kalten Krieges sei dies von einigen Städten und Gemeinden gezielt angestrebt worden. Inzwischen habe sich aber die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Bundeswehr auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.
Darauf hob auch Oberbürgermeister Carsten Schwettmann ab, der das gute Vertrauensverhältnis zwischen Kommune und Bundeswehr lobte. Bürger mit und ohne Uniform könnten in Delmenhorst auf ein vielfältiges Freizeitangebot zurückgreifen, sagte das Stadtoberhaupt in seinem kurzen Grußwort. Die Stadt sei sehr froh, dass der Bundeswehr-Standort nicht nur gesichert, sondern erheblich ausgebaut werden konnte.
Mit dem Transportbataillon 165 ist gestern die Logistikbrigade 1 komplettiert worden, die ihren Sitz in Delmenhorst hat. Sie ist die einzige Brigade der Streitkräftebasis und mit 5000 Soldaten aus Heer, Luftwaffe und Marine besetzt.
Der Brigade sind fünf Bataillone unterstellt – neben dem Transportbataillon 165 und dem Logistikbataillon 161 in Delmenhorst auch das Logistikbataillon 162 (Seeth), das Spezialpionierbataillon 164 (Husum) und das Instansetzungsbataillon 166 (Boostedt).
Der Befehlshaber im Wehrbereich I, Generalmajor Heinz-Georg Keerl, würdigte gestern die Leistungen, die der Delmenhorster Kommandeur, Oberst Hermann Dooremans, mit seinem Stab vollbracht hat. Als er vor zehn Monaten den Auftrag erhielt, die Logistikbrigade völlig neu aufzubauen, hätten viele vermutet, dass dies allenfalls auf dem Papier in so kurzer Zeit gelingen können.
Inzwischen sind aber über 90 Prozent der vorgesehenen Dienstposten auch tatsächlich besetzt. Und parallel zur Aufstellung und Umgliederung unterstütze Personal der Logistikbrigade bereits alle Auslandseinsätze der Bundeswehr. „Das ist so, als wenn sie an einem fahrenden Lkw den Reifen wechseln“, sagte Keerl. Der Kraftakt habe sich gelohnt. „Die Brigade ist in Delmenhorst angekommen.“
Logistiker bringen neues Leben in die Garnisonsstadt
