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Bunker In Delmenhorst Erste Fledermaus ist eingezogen

Delmenhorst - In eine kleine Nische des Bunkers hat sich der erste und bisher einzige Bewohner zurückgezogen. Regungslos hängt die Wasserfledermaus von der Decke und lässt sich auch von der Besuchergruppe nicht stören. Wenn es nach Uwe Handke und Bettina Janssen vom Nabu Delmenhorst geht, werden dem einsamen Zeitgenossen bald viele weitere folgen.

Maurer Dr. Willi Seelhorst – den Doktortitel trägt er in Chemie, fand dann aber keinen Job in dem Bereich – hat den Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg an der Langenwischstraße fledermausgerecht umgebaut. „Es ist ein Glücksfall, dass bereits eine eingezogen ist. Manchmal kann das einige Jahre dauern“, sagt Seelhorst, der bereits mehr als zehn Fledermausbunker ausgebaut hat.

Zufluchtsorte selten

Finanziert wurde der Umbau von der Bingo-Umweltstiftung. Es fielen Kosten von 4500 Euro an. Von der Stadt Delmenhorst kamen 1000 Euro für die neue Bunkertür. Diese hat eine Art Briefschlitz, damit die Fledermäuse ungehindert rein- und rausfliegen können. Sprühereien an den Wänden sind die stillen Zeugen davon, dass der Bunker zuvor immer wieder von Unbefugten betreten wurde. Die Besitzer des Grundstückes, Holger und Claudia Oekermann, hatten keine Verwendung für den massigen Betonbau. „Wir freuen uns, den Fledermäusen etwas Gutes zu tun“, sagen sie.

Warum der Einsatz für den Tierschutz sehr willkommen ist, erklärt Handke. Er ist seit 2018 vom Nabu ausgebildeter Fledermausbotschafter. „Natürliche Zufluchtsorte für Fledermäuse werden immer seltener. Hohle Bäume werden zum Beispiel wegen der Unfallgefahr gefällt“, sagt Handke. Ungenutzte Bunker stellen deshalb perfekte Fledermausquartiere dar. Mit speziellen Steinstrukturen werden Spaltenplätze für den Winterschlaf geschaffen, in denen die Tiere ihre monatelange Winterruhe verbringen können.

Mögen es feucht

Auf dem Bunkerdach erklärt Seelhorst, dass die Fledermäuse es schön feucht mögen. Einer der Schornsteine ist deshalb mit einem Auffangbecken verbunden – über einen Ablauf kommt das Wasser in eine Wanne im Bunkerinneren. Dort verdunstet es und läuft an den Wänden herunter. „Fledermäuse brauchen mindestens 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Wenn es nicht feucht genug ist, können wir sie im Frühjahr mit dem Besen aus dem Bunker fegen“, sagt Seelhorst. Die Fledermäuse würden dann im Winterschlaf vertrocknen.

Im Bunker herrschen Temperaturen zwischen vier und acht Grad. „Das reicht. Es muss nur frostsicher sein“, erklärt Seelhorst. Alle elf in Niedersachsen bekannten Fledermausarten können hier Zuflucht finden. Praktischerweise gilt das auch für zahlreiche Insekten. Diese dienen den Fledermäusen dann als Nahrung. „In der Brutzeit im Sommer könnte man hier 30 bis 40 Fledermäuse finden“, sagt Seelhorst.

Arne Erik Jürgens
Arne Erik Jürgens Thementeam Polizei/Justiz
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