DELMENHORST - Die EU-Kommission hat ein sogenanntes Grünbuch vorgelegt, in dem Ideen für eine „neue Kultur der Mobilität in der Stadt“ gesammelt werden. Delmenhorst solle sich an dieser Diskussion auf jeden Fall beteiligen, warb der Europaabgeordnete Matthias Groote am Freitag bei einem Besuch der Delbus dafür, lokale Ideen beizusteuern. Der SPD-Politiker aus Emden stellte zudem die EU-Nahverkehrsverordnung vor, die vor kurzem verabschiedet worden ist. Danach besteht jetzt Rechtssicherheit, dass Kommunen ihre ÖPNV-Angebote nicht zwangsläufig europaweit ausschreiben müssen, sondern auch direkt an Eigenbetriebe vergeben können.
„Das ist für uns ungeheuer wichtig“, betonte Heinz Fangmann, Betriebsratsvorsitzender der Delbus, bei einem Gedankenaustausch mit dem Abgeordneten, an dem auch die Ratsfrauen Swantje Hartmann (MdL) und Andrea Meyer-Garbe teilnahmen. Das Delmenhorster Verkehrsunternehmen habe einen zehn Jahre währenden Restrukturierungsprozess hinter sich, mit dem die Qualität verbessert und die Kosten gesenkt werden konnten, unterstrich Fangmann. Die Beschäftigten hätten durch Mehrarbeit sowie Wegfall von Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf etwa 15 Prozent ihres Einkommens verzichtet. Im Gegenzug konnte das Betriebsergebnis um 35 Prozent verbessert werden.
Aufgrund dieser Vorleistungen hat die Stadt die Konzession für die Delbus zunächst bis 2015 verlängert. Durch die neue EU-Verordnung gibt es für dieses Verfahren jetzt endlich Rechtssicherheit. „Damit sind rund 100 Arbeitsplätze bei der Delbus gesichert“, freute sich der Betriebsratsvorsitzende.
