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NWZonline.de Region Delmenhorst

Endometriose – was ist das?

04.12.2019

Delmenhorst Natascha Oetken sitzt in einem Delmenhorster Café und lächelt. Lächelt vielleicht auch den Schmerz weg. Die 26-jährige Delmenhorsterin leidet unter Endometriose. Dies äußert sich bei ihr an starken Schmerzen und Erschöpfungszuständen. „Intervallartig kommen heftige Krämpfe, die mich ans Bett fesseln“, sagt Oetken. Das sei nur mit Wärmekissen und Schmerztabletten auszuhalten, erzählt sie: „Man weiß nie, wann die Schmerzen auftreten.“

Oetken möchte nicht als Opfer gesehen werden, sondern Aufklärungsarbeit leisten – um Betroffenen einen langen Leidensweg zu ersparen. „Mir geht es darum, anderen Frauen zu helfen“, sagt sie. Viele wüssten gar nicht, dass sie unter einer Krankheit leiden. Dabei ist nach aktuellen Zahlen jede zehnte Frau von der häufigsten Unterleibserkrankung betroffen. Jährlich gebe es alleine in Deutschland 30 000 Neuerkrankungen.

Doch was genau ist Endometriose? In einer Definition der Endometriose-Vereinigung heißt es, dass Zysten und Entzündungen (Endometriose-Herde) auftreten, die sich an Eierstöcken, Darm oder Bauchfell ansiedeln. In selteneren Fällen könne es auch außerhalb des Bauchraums zum Beispiel in der Lunge zu Endometriose-Herden kommen. Ihr Gewebe ähnele dem der Gebärmutterschleimhaut – und die Herde können mit dem hormonellen Zyklus wachsen und bluten. Endometriose-Herde können, obwohl sie als gutartig kategorisiert werden, metastasieren und bleibende Schäden an Organen verursachen.

„Endometriose ist unheilbar“

Endometriose ist weit verbreitet und geht mit starken Schmerzen einher. Häufig treten diese während der Menstruation auf. Die Folge von Endometriose-Herden sind chronische Entzündungen, Vernarbungen und Verwachsungen, Blutungen in der Bauchhöhle und oftmals Unfruchtbarkeit. Eine sichere Diagnose kann nur durch eine Bauchspiegelung erfolgen. Viele junge Betroffene würden stattdessen die Hormone in Form von der Antibaby-Pille verschrieben bekommen. „Auch bei Ärzten ist Endometriose oftmals unbekannt“, sagt Oetken. Bis zur Diagnose dauere es im Schnitt zwischen sechs und zehn Jahren.

„Endometriose ist unheilbar. Die Betroffenen müssen also ihr Leben lang damit klarkommen“, weiß Oetken. Im März dieses Jahres habe sie selbst die Diagnose bekommen. „Danach stand ich erstmal ziemlich alleine da“, sagt Oetken. Ihre Frauenärztin oder auch andere Ärzte hätten kaum Informationen über die Krankheit gehabt. Für die 26-Jährige, die als Erzieherin in einer Krippe arbeitet, hat das direkte Auswirkungen. „Im Job bin ich nicht mehr so belastbar wie vorher.“ Deshalb habe sie ihre Arbeitszeit reduziert. Denn ihr Körper brauche andere Ruhephasen.

Beschwerden starten mit Monatsblutung

Bei Oetken fingen die Beschwerden im 14. Lebensjahr an. „Es hing mit der Monatsblutung zusammen“, sagt sie. Sie könne sich noch gut daran erinnern, als sie das erste Mal ihre Tage bekommen habe. „Ich musste in der Schule im Krankenzimmer liegen, weil ich wegen der starken Schmerzen weder sitzen noch stehen konnte.“ Es folgte der übliche Gang zum Frauenarzt, Oetken bekam die Pille verschrieben. „Damit war es erst einmal eingedämmt.“

Im vergangenen Jahr litt Oetken allerdings vermehrt unter starken Krämpfen im Unterleib oder Migräneanfällen. Trotz Blutabnahme und anderer Tests kam zunächst keine Diagnose zustande. „Bei einem normalen Ultraschall lassen sich die Endometriose-Herde nicht erkennen“, erklärt Oetken. Durch einen Zufall stieß sie selbst auf das Krankheitsbild. „Eine Praktikantin bei der Arbeit wurde wegen Endometriose operiert. In ihren Erzählungen habe ich mich wiedergefunden“, sagt die 26-Jährige. Daraufhin recherchierte sie selbst, las Bücher und erzählte ihrer Frauenärztin davon.

Wärme schafft Linderung

Deshalb rät Oetken anderen Betroffenen dazu, ihre Ärzte direkt auf das Krankheitsbild anzusprechen. Um das Problem zu verdeutlichen, empfiehlt sie, einen Schmerzkalender zu führen. Linderung würde vor allem Wärme schaffen. „Eine Wanne mit warmen Wasser oder warme Getränke sind hilfreich, wenn die Schmerzen kommen“, so Oetken. Hilfe hat sie bei einer Selbsthilfegruppe in Bremen gefunden. In Delmenhorst gibt es keine. Im Internet berät zudem die Endometriose-Vereinigung.


Mehr Infos unter   www.endometriose-vereinigung.de 
Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

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Arne Jürgens Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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