Delmenhorst - Die 4. Delmenhorster Schülerstudie hat – wie berichtet – ergeben, dass die Schülerinnen und Schüler weniger trinken und rauchen als noch vier Jahre zuvor. Von dieser Entwicklung unberührt bleibt allerdings der Konsum von Cannabis. Das Einstiegsalter in den Cannabiskonsum liegt bei etwa 14,5 Jahren. Nach wie vor kifft jeder Zehnte im Alter von 17 Jahren regelmäßig. In Delmenhorst hat der Konsum der illegalen Droge zwar nicht, wie bundesweit zu beobachten war, zugenommen, aber er konnte auch nicht reduziert werden.
„Cannabis scheint sich als zunehmend interessant darzustellen“, schlussfolgert Dr. Michael Müller vom Lions-Club Delmenhorst-Burggraf, der die Erstellung der Schülerstudie finanziell unterstützt hat, aus dieser Tatsache. Tim Berthold, Präventions-Fachkraft der Anonymen Drogenberatung Delmenhorst, hält die derzeit immer wieder aufflammende Diskussion um die Legalisierung oder das weitere Verbot der Droge für schädlich, weil es die Aufmerksamkeit der Jugendlichen auf Cannabis lenkt. „Sowohl das eine als auch das andere wäre besser als diese Debatte“, sagt er. In den höheren Klassen müsse man deshalb auch weiterhin den Cannabiskonsum thematisieren.
Vergleicht man die Ergebnisse der Erhebung für die 3. Schülerstudie (Daten aus dem Jahr 2012) mit denen für die 4. Schülerstudie (Daten aus 2016), fällt auf, dass der Unterschied im Konsumverhalten zwischen den Geschlechtern geringer geworden ist. Waren es bei der vorletzten Erhebung mehr Schüler als Schülerinnen, die angaben, im letzten halben Jahr Marihuana oder Haschisch konsumiert zu haben, nähern sich in der aktuellen Erhebung ihre Zahlen an.
Gesunken ist laut der aktuellen Studie das Alter, in dem Jungen das erste Mal in Kontakt mit Cannabis gekommen sind. Waren es 14,8 Jahre in 2012, sank ihr Alter auf 14,2 Jahre in 2016. Bei den Mädchen ist es mit 14,7 Jahren konstant geblieben.
19,8 Prozent aller in 2016 befragten Schülerinnen und Schüler haben im Durchschnitt im letzten halben Jahr mindestens ein Mal gekifft. Mit 34,2 Prozent nehmen die Berufsschüler hier den Spitzenplatz ein.
