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Drogenberatung Im Lockdown droht der Rückfall

Lina Wentzlaff

Delmenhorst - Die Menschen stehen im zweiten Lockdown mehr denn je unter Druck. „Vor allem für Menschen mit Suchterkrankung ist das eine schwierige Zeit“, sagt Evelyn Popp, Leiterin der anonymen Drogenberatung (Drob) in Delmenhorst. In immer mehr Bereichen würden sich die Anzeichen einer allgemeinen Frustration und Müdigkeit zeigen. „Einige suchen den Ausweg aus den Existenzängsten und der Monotonie im Drogenkonsum.“ Hilfe finden Betroffene bei der von der Arbeiterwohlfahrt betriebenen Einrichtung.

Jobverlust, Einsamkeit und Existenzängste – im Lockdown kommt es zu vielen zusätzlichen Belastungen. Die Corona-Pandemie stellt die Drob und vor allem ihre Klienten vor neue Herausforderungen. „Die Auswirkungen der Pandemie auf unsere Klienten zeigt sich verstärkt mit der Dauer der Einschränkungen – unsere Klienten berichten zurzeit von Doppelbelastung, Müdigkeit und Erschöpfungszuständen“, erklärt Popp.

Stress entsteht

Durch Überforderung entstehe Stress, der wiederum einen Rückfall auslösen könne. Menschen, die in Therapie sind oder waren, seien in einer sehr schwierigen Situation. Gerade der Verbrauch von legalen Alltagsdrogen, wie Tabak oder Alkohol, sei seit Anfang der Pandemie deutlich gestiegen. Aber auch bei den illegalen Drogen sei ein Anstieg zu erkennen. Wie stark sich die Zahl der Betroffenen seit Beginn der Corona-Krise verändert hat, lässt sich laut Popp noch nicht beziffern.

Beratungseinrichtungen wie die Drob versuchen derzeit alles, um bestehende Angebote aufrechtzuerhalten und der Nachfrage gerecht zu werden. „Wir haben seit Anfang der Pandemie gemerkt, dass es nun umso wichtiger ist, dass wir proaktiv auf unsere Klienten zugehen“, betont die Suchtberaterin. Dabei habe sich auch die Einrichtung etwas anders aufstellen müssen. Vielfach werde auf telefonische oder Online-Beratungen gesetzt.

Digitale Kanäle

Über die digitalen Kanäle ließen sich spezielle Personengruppen erreichen, die sonst nicht den Weg zu einer der Beratungsstellen finden. „Das betrifft vor allem Personengruppen, die sonst etwas vorsichtiger sind bei Anfragen und der Suche nach Hilfe“, erklärt sie. Zurzeit finden sehr viel mehr Beratungsgespräche statt als sonst, das kann auch am Mangel an Beratungsstellen in der Region liegen.

Trotz Corona hatte die Drob nie geschlossen. Das Prinzip sei, möglichst gut erreichbar zu sein, betont Popp. Persönliche Beratungsgespräche unter einem strikten Hygienekonzept seien weiterhin möglich. Maskenpflicht, Abstand halten sowie die Lüftung durch ein spezielles Gerät seien obligatorisch, erklärt die Leiterin. Schließlich könne auch für die Kollegen jeder Kontakt ein gesundheitliches Risiko sein, das dürfe man natürlich nicht unterschätzen.

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