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NWZonline.de Region Delmenhorst

Wo es die Tageszeitung zum Anhören gibt

17.02.2018

Delmenhorst Gemütlich ist es im Studio der Delmenhorster Hörzeitung im Familienzentrum Villa an der Oldenburger Straße. Auf dem Tisch stehen Kaffee und Plätzchen, es ist warm, alle kennen sich und plaudern leise. Drüben im Aufnahmebereich hat Petra Ahrends Platz genommen und liest für die Hörer gerade den Artikel zum Ganderkeseer Fasching vor.

Die Hörzeitung wird nicht – wie vielleicht als erstes vermutet werden könnte – für lesefaule Menschen erstellt. „Wir lesen für diejenigen, die fast oder gänzlich blind sind. Nicht immer steht jemand bereit, der mal eben die Tageszeitung vorlesen kann. Mit der Hörzeitung sind blinde Menschen viel unabhängiger“, erklärt Jürgen Wenzel, gemeinsam mit seiner Frau Antje zuständig für die Organisation und Redaktion der Hörzeitung. Am Montag, 19. Februar, soll es eine „Stunde der offenen Tür“ zwischen 15 und 16 Uhr geben. „Dann können sich wirklich Interessierte hier melden und den laufenden Betrieb einmal anschauen und uns kennenlernen. Wir können immer mal wieder einen Leser gebrauchen“, sagt Wenzel. Gerade sei einer wegen eines Umzugs abgesprungen.

Seit Oktober 2000 treffen sich die Ehrenamtlichen zweimal wöchentlich. „Wir lesen alles vor, was regional von Bedeutung ist. Alles, was im Fernsehen kommt, wissen die Leute ja sowieso schon“, berichtet Jürgen Wenzel schmunzelnd.

Insgesamt besteht die Hörzeitung aus acht Teams mit jeweils vier Personen – mindestens. Immer ein Team liest abwechselnd Artikel aus drei Ausgaben. „Das kommt dann alles auf eine CD – sieben CDs können wir immer gleichzeitig brennen“, erklärt Antje Wenzel. Die Vorleser sind übrigens ganz bunt gemischt – von Hausfrauen über ehemalige Lehrer bis hin zu Menschen, die in der Werbung tätig waren. „Eigentlich muss man keine besonderen Fähigkeiten haben, sondern einfach nur die Lust, sich einzusetzen. Lesen sollte man aber schon können“, sagt Antje Wenzel lachend.

Mit der Post gibt es die Absprache, dass sie die CD-Mäppchen mit den aufgesprochenen Zeitungsartikeln kostenlos zu den rund 30 Hörern bringt – und wieder zur Hörzeitung zurück. „Wir verwenden nur wiederbeschreibbare CDs, damit wir nicht so viel Müll produzieren.

Und wie ist es so, auf Tonband zu sprechen? „Die ersten Male war ich schon aufgeregt“, gibt Petra Ahrends zu. „Man denkt immer, dass man sich verhaspeln könnte. Aber das legt sich irgendwann und dann macht es wirklich total Spaß.“

Nutzer des Hörzeitung bekommen insgesamt neun CDs im Monat, jeweils besprochen mit etwa 90 Minuten. Das kostet sie vier Euro. „Wir machen das hier aus Überzeugung ehrenamtlich und um Menschen, die nicht selbst lesen können, zu helfen“, resümiert Jürgen Wenzel.

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