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NWZonline.de Region Delmenhorst

Ein Leben für die Lebenshilfe

28.09.2019

Delmenhorst Es war ein Abend voller rührender Worte, voller Wehmut für eine, die ein wichtiges Amt aufgibt, vor allem aber voller Anerkennung für eine bemerkenswerte Frau, die ein Ehrenamt zu ihrem Lebenswerk gemacht hat: Am Donnerstag wurde Heidelies Iden als langjähriges Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Delmenhorst und Landkreis Oldenburg in Delmenhorst verabschiedet.

Zu der Feierstunde gekommen waren Freunde, Familie und Wegbegleiter von Iden, darunter Menschen mit Beeinträchtigung, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebenshilfe, Oberbürgermeister Axel Jahnz, der Geschäftsführer des Landesverbandes Niedersachsen der Lebenshilfe Holger Stolz sowie Rolf Flathmann vom Bundesvorstand der Lebenshilfe. Sie würdigten Heidelies Idens außerordentliche Verdienste beim Aufbau von Selbsthilfestrukturen für Menschen mit Beeinträchtigung und den Einfluss ihres Engagements weit über die Region hinaus.

Auf den Punkt brachte es Holger Stolz: „Wenn ich erklären soll, was die Lebenshilfe ausmacht, ist es viel einfacher, den Namen Heidelies Iden zu nennen.“ Die Idee der Lebenshilfe ziehe sich wie ein roter Faden durch Idens Biografie.

Inklusion und Teilhabe

Als Iden 1978 der Lebenshilfe Delmenhorst/Landkreis Oldenburg beitrat, hatte das einen Grund: 1971 wurde ihre mehrfach behinderte Tochter geboren. Wie andere Eltern, die sich in Ortsgruppen der Lebenshilfe engagierten, wollte sie mehr als nur eine Unterstützung für Menschen mit Beeinträchtigungen.

Oft der Zeit voraus, hat sie – schon lange bevor die Rede von Inklusion und Teilhabe war – ebendiese Grundsätze der Lebenshilfe gelebt und vorangetrieben: Zu den Früchten von Idens Arbeit in der Lebenshilfe zählen mehr Selbstbestimmung und Selbstvertretung für Menschen mit Beeinträchtigung sowie frühkindliche Bildung. Auch die früher übliche Kopplung an Werkstätten und die damit verbundene enge Verbindung von Wohnen und Leben war für Iden inakzeptabel. Deshalb setzte sie sich für andere Wohnmöglichkeiten ein. Geleitet wurde sie, wie sie bei ihrer Abschiedsfeier sagte, stets von dem Gedanken: Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden. Auch hielt sie sich und anderen stets vor Augen, dass Inklusion ein Prozess ist. Und ein Prozess braucht eben Zeit, um sich zu entwickeln.

Mit diesen Gedanken und tiefem Vertrauen in die Menschen sei es ihr in den vergangenen vier Jahrzehnten gelungen, Menschen mit Beeinträchtigung aus der Isolation und Missachtung in die Mitte der Gesellschaft zu holen, sagte sie am Donnerstag „mit einigem Stolz“.

Von 1986 bis 2015 war Heidelies Iden stellvertretende Vorsitzende der Lebenshilfe Delmenhorst, seit 2015 Vorsitzende. Zusätzlich war sie von 1986 bis 2012 Mitglied im Fachausschuss Wohnen des Landesverbands der Lebenshilfe Niedersachsen, 1995 bis 2007 Mitglied des Gesamtvorstandes des Landesverbands. Vor rund 15 Jahren setzte sie sich für die Gründung eines Beirats behinderter Menschen ein – und dies sind nur einige der Meilensteine ihres Wirkens.

Glück und Privileg

Sie habe es als großes Glück und Privileg empfunden, eine so sinnvolle, erfüllende und gestaltende Aufgabe über eine so lange Zeit ausüben zu dürfen. „Ich habe diese Arbeit mit Überzeugung, mit Kopf und Herz und in der Erinnerung an unsere viel zu früh verstorbenen Tochter getan.“ 2012 erhielt Heidelies Iden für ihr bemerkenswertes Engagement die Bundesverdienstmedaille. Nun ist sie um zwei Auszeichnungen reicher – die Medaille der Stadt Delmenhorst und die Goldene Ehrennadel der Bundesvereinigung der Lebenshilfe. Die Lebenshilfe ist indes um eine engagierte Vorsitzende ärmer. Eines hat sie allerdings versprochen: So ganz zurückziehen aus dem Ehrenamt wird sie sich nicht. Der Lebenshilfe Delmenhorst/Landkreis Oldenburg wird „ihre Heidelies“ also erhalten bleiben – ein Glück!

Nathalie Meng Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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