DELMENHORST - Die Christdemokraten wollen keine drei Millionen Euro für das Hotel zahlen. Der Hotelier betreibe ein „Pokerspiel mit schlechtem Blatt.“
Von Mechthild Voigt
DELMENHORST - Im Poker um den möglichen Verkauf des „Hotel am Stadtpark“ an den rechtsextremen Anwalt Jürgen Rieger bringt die CDU eine neue Variante ins Spiel. Sie fordert die Verwaltung auf, zu überprüfen, ob die 1,9 Millionen Euro Verbindlichkeiten von Hotelier Mergel von der Stadt aufgekauft werden können, um dann gegebenenfalls ein Insolvenzverfahren einzuleiten.Der OB-Kandidat der Union, Heinz Stoffels, Fraktionsvorsitzender Kurt Freimuth und Kreisvorsitzende Annette Schwarz stellten gestern in einem Pressegespräch klar, dass die CDU dem von der SPD favorisierten Ankauf des Hotels für drei Millionen Euro nicht zustimmen wird.
Die Einigung im Verwaltungsausschuss beziehe sich lediglich auf den Auftrag, die vom Ministerium geforderten Rahmenbedingungen prüfen zu lassen. Sowohl CDU als auch der parteilose Ratsherr Paul Glöckner warnten davor, einem von Mergel aufgebauten „Horrorszenario“ nachzugeben. Der Hotelier betreibe „ein Pokerspiel mit ganz schlechtem Blatt“, so Glöckner. Man dürfe den Rechtsradikalismus vor Ort nicht nur verdrängen, sondern müsse ihn bekämpfen. Er halte es für erforderlich, „nach dem gütlichen auch ein ungütliches Szenario ins Blickfeld zu rücken“, so Stoffels.
Die vom Ministerium geforderte Beteiligung der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft (GSG) am Hotelkauf wird auch vom Bürgerforum scharf kritisiert. Jahrelang hätten sich GSG-Bewohner anhören müssen, dass einsturzgefährdete Balkone, nasse Keller und hässliche Fassaden aus Geldmangel nicht renoviert werden könnten.
Bei genauerer Betrachtung sei zu erkennen, dass „der weiße Ritter GSG“, der das Hotel vor den Nazis retten soll, „eine rostige Rüstung trägt und auf einem alten, dürren Pferd sitzt“, so Kerstin Rabe vom Bürgerforum.
