Delmenhorst - Nicht zur Schule gehen. Das ist in Delmenhorst ein Trend mit zunehmender Tendenz. Im Jahr 2007 waren bei der Schulverwaltung der Stadt Delmenhorst 207 Schüler gemeldet, die nicht am Schulunterricht teilnahmen und dafür ein Bußgeld bekamen. Im Schuljahr 2015/2016, also rund zehn Jahre später, waren es bereits 528 Bußgelder. 766 waren es schon im vergangenen Schuljahr 2016/2017.

„Das ist für mich eine merkliche Entwicklung und keine Marginalie“, betont Siegfried Dreckmann, der sich für die Stadt Delmenhorst unter anderem mit dem Übergang von der Schule ins Berufsleben beschäftigt. Im Interesse der Kinder und Jugendlichen müsse sich die Stadt damit auseinandersetzen.

Das tut sie an diesem Mittwoch beim Fachtag „Schulmeidung – ein beliebtes Thema“ im Hanse-Wissenschaftskolleg. Dabei wird in Arbeitsgruppen gearbeitet, Verantwortliche der Stadt und der Schulen berichten aus ihren Erfahrungen und Fachleute aus Hameln und Oldenburg geben ihr Wissen preis. „Ich erhoffe mir für mich, dass wir uns austauschen und Fragen beantworten können“, sagt Dreckmann, der selbst für die Stadt sprechen wird. Die Frage sei, was getan werden muss, um die Entwicklung zu stoppen und umzukehren.

„Wir wollen erreichen, dass die Schüler in großer Anzahl auch gerne zur Schule gehen und ihren Abschluss schaffen“, sagt Dreckmann. Dazu sei es nötig, dass die Schüler auch zur Schule gingen. Das Hauptproblem seien nicht die, die ab und zu mal fehlten, sondern die Schüler, die mit dem Thema Schule abgeschlossen hätten. „Wenn die Schüler abgegangen und 18 sind, hat der Staat keine Möglichkeiten mehr einzuwirken. Deswegen müssen wir alles tun, um ihnen einen guten zukunftsfähigen Abschluss zu ermöglichen.“