DELMENHORST - Bei einem Treffen am Montagabend in Hude hat der FDP-Bezirksvorstand seinem umstrittenen Delmenhorster Landtagskandidaten nahegelegt, auf die Kandidatur zu verzichten. „Es ist politischer Schaden entstanden. Wir haben versucht, ihm nahezulegen, ernsthaft nachzudenken und seine Kandidatur zurückzuziehen“, sagte die Bezirksvorsitzende Angelika Brunkhorst im Anschluss. Die Partei räumte Hübscher eine Bedenkzeit ein.

Der 65-Jährige hatte Ende April an einer Studienreise in den Iran teilgenommen. Das Treffen dort mit Präsident Mahmud Ahmadinedschad und anschließende Äußerungen Hübschers hatten für Empörung über die FDP hinaus gesorgt. Der frühere stellvertretende Leiter der Volkshochschule distanzierte sich später allerdings eindeutig von Ahmadinedschad und dessen politischen Reden.

Hübscher hatte sich selbst gegenüber dieser Zeitung völlig überrascht gezeigt über die Aufregung in seiner Partei. Diese sei über die Fahrt informiert gewesen. Die zehntägige Reise sei von Yavuz Özoguz organisiert worden, Vorsitzender des Vereins Islamischer Weg. Der Verein stand zeitweise unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Der Freundeskreis der Jüdischen Gemeinde Delmenhorst schloss Hübscher dennoch aus, die VHS kündigte dessen Dozententätigkeit. Ein Parteiausschluss ist laut Brunkhorst kein Thema mehr.