DELMENHORST - Die Löschübung hatte es in sich. Die Brandschützer wurden zum Einsatz ins Gefängnis gerufen.

Von Wolfgang Loest

DELMENHORST - Die Feuerwehr hat häufiger knifflige Aufgaben zu lösen als ihr lieb ist. Problematisch ist die Situation vor allem dann, wenn Menschen in Gefahr und die Räumlichkeiten, in denen es brennt, unbekannt sind. Genau dies war am Dienstagabend in der Justizvollzugsanstalt Delmenhorst der Fall – glücklicherweise aber nur als Simulation.

„Verpuffung im Keller – starke Rauchentwicklung – Fluchtwege teilweise abgeschnitten“: mit dieser Einsatzlage hatten sich die 45 Brandschützer der Freiwilligen Feuerwehr auseinander zu setzen, als der Alarm auflief. Die baulichen Besonderheiten des Gefängnisses stellten dabei eine besondere Herausforderung da: Vergitterte Fenster, verschlossene Türen und hohe Mauern sind Wehrleute nicht gerade gewohnt.

Für die Vollzugsanstalt gab es andererseits die Chance, die vorhandenen Feuerwehrpläne und Brandschutzvorkehrungen unter realistischen Bedingungen zu überprüfen.

Am Ende waren der Organisator der Übung, JVA-Mitarbeiter Jens Lochner, und Holger Braue von der Freiwilligen Feuerwehr Delmenhorst-Stadt mit dem Ergebnis zufrieden.

Dass nicht alles hundertprozentig wie geplant abgelaufen ist, sei völlig normal, resümierte Braue. Aus den diagnostizierten Reibungsverlusten ließen sich wichtige Erkenntnisse für den vorbeugenden Brandschutz gewinnen.